Nerv nicht so, Mama!

Wie Eltern sich und ihren Kindern mit NLP helfen können

von Daniela Blickhan

zum Buch

NLP im Familienalltag mit Kindern.

Erstauflage: Herder, 1999
Neu aufgelegt bei: Junfermann Verlag, 2003
www.junfermann.de.

... seit 2010 ist das Buch auch in Japan erhältlich!

Die Autorin zeigt in ihrem Buch, wie Eltern mit Hilfe von NLP in offenen und positiven Kontakt mit ihren Kindern kommen können. Sie bietet Hilfen an, wie Eltern eigene festgefahrene Vorstellungen auflösen und alte Denkmuster verändern können, um so den Rahmen des täglichen Zusammenlebens in der Familie einfacher, stressfreier und positiver zu gestalten. Wenn es den Eltern gelingt, mit problematischen Situationen konstruktiv umzugehen, können Eltern und Kinder gemeinsam wachsen. Auf dieser Basis können Eltern ihre Kinder in ihrer ganz persönlichen Entwicklung unterstützen, statt sie nur nach ihren eigenen Vorstellungen zu formen.

Das Buch stellt manche eingefahrenen Gewohnheiten und alten Vorstellungen in Frage. Es bleibt dabei aber nicht stehen, sondern bietet anhand zahlreicher sorgfältig ausgewählter Alltagsbeispiele wirksame Alternativen an. Ein Ratgeber aus der Praxis - die Autorin ist selbst Mutter von 2 Kindern - für die Praxis.

Inhalt

  • Jeder Mensch ist einzigartig
  • Kinder brauchen Entwicklungsraum.
  • Ziele setzen statt Probleme abschaffen
  • Probleme als Chance zum Umdenken
  • Wie sag ich’s meinem Kinde...?
  • Stress-Bewältigung im Alltag
  • Euch Eltern waren einmal Kinder

Leseprobe

Nerv’ nicht so, Mama!

Ein ganz normaler Abend

Montag abend, 19.50 Uhr

Andreas ist 7 Jahre alt und geht in die erste Klasse. Sein kleiner Bruder Martin ist 5 Jahre und besucht noch den Kindergarten. Abends, wenn die beiden eigentlich ins Bett sollten, geht es oft hoch her. Die Mutter ist selbst müde vom Tag und nicht mehr die geduldigste - so kommt eins zum anderen, und schließlich wird es wieder laut. "Es ist jetzt schon 8 Uhr, und ihr seid immer noch nicht im Bad fertig. Morgen ist wieder Schule und du mußt aufstehen, Andreas. Wenn du weiter so trödelst, bist du morgen wieder hundemüde und kommst nicht aus den Federn." - "Ich will jetzt nur noch das Lego-Flugzeug fertig bauen und die Polizeistation, und dann beeile ich mich auch im Bad, ganz bestimmt." - "Nein, das wird zu spät. Du gehst jetzt sofort ins Bad - und du auch, Martin!! Wenn ihr nicht in fünf Minuten im Bett liegt, dann lese ich euch heute keine Geschichte mehr vor!" Maulend geht Andreas ins Bad, Martin kommt widerstrebend hinterher, nachdem ihn die Mutter von seiner Ritterburg losgeeist hat.

20.15 Uhr

Natürlich dauert es länger als fünf Minuten, bis die beiden ausgezogen, gewaschen sind und im Bett liegen. Doch die Mutter will nun auch nicht so sein und liest noch eine kurze Geschichte vor. Im Grunde ist es ihr sehr wichtig, ihre Kinder in einer friedlichen Stimmung ins Bett zu bringen, damit sie leicht einschlafen können. Doch das klappt in den seltensten Fällen, und sie macht sich manchmal deswegen Vorwürfe.

Nach dem Gute-Nacht-Kuß macht die Mutter in den Kinderzimmern das Licht aus und geht aufatmend ins Wohnzimmer, um ihren Feierabend zu genießen, auf den sie sich schon seit zwei Stunden freut. Ihr Mann ist beruflich unterwegs, und sie freut sich auf einen friedlichen Abend. Gerade hat sie es sich eine Viertelstunde mit einem Buch auf der Couch gemütlich gemacht, da hört sie im Flur kleine Füßchen.... "Mama, ich habe noch so einen Hunger..." Martin steht im Schlafanzug da und schaut sie treuherzig an. Die Mutter will gerade anfangen zu schimpfen,da fällt ihr ein, wie wenig Appetit Martin beim Abendessen hatte. Er wird doch nicht krank werden? Und man kann ja ein Kind nicht hungrig ins Bett schicken, das wäre grausam. Also bekommt Martin noch eine Banane. Danach müssen natürlich noch einmal die Zähne geputzt werden, und nach weiteren 10 Minuten liegt er endlich wieder im Bett. Aus Andreas’ Zimmer ist nichts mehr zu hören; er scheint schon eingeschlafen zu sein. Die Mutter geht wieder ins Wohnzimmer und will weiterlesen, da klingelt das Telefon. Eine alte Freundin ruft nach langer Zeit wieder einmal an. Das Gespräch dauert eine ganze Zeit, denn es gibt viel zu erzählen.

21.40 Uhr

Als die Mutter schließlich den Hörer auflegt, und wieder zu ihrem Buch zurückkehren möchte, hört sie Andreas rufen. Er sitzt im Bett, offensichtlich hellwach, und möchte ihr unbedingt noch etwas ganz wichtiges erzählen. Die Mutter erschrickt, als sie auf die Uhr sieht, denn mittlerweile geht es auf 10 Uhr. "Jetzt ist aber endgültig Schluß! Das kannst du mir alles morgen erzählen - du mußt jetzt endlich schlafen. Morgen ist schließlich Schule!" "Das ist aber ganz wichtig, Mama, das muß ich dir unbedingt erzählen!" "Nein, heute nicht mehr. Du schläfst jetzt endlich, hörst du?!" Sie macht das Licht aus und schließt mit Nachdruck die Tür. Die rechte Ruhe zum Lesen will sich nicht einstellen, denn sie horcht mit halbem Ohr, ob sie noch etwas von Andreas hört. Und wirklich, nach 10 Minuten kommt er wieder heraus und muß unbedingt noch etwas trinken. Nach weiteren 10 Minuten muß er dann natürlich noch zur Toilette... Und im übrigen kann er sowieso nicht schlafen, und möchte lieber noch Cassette hören. - Der Mutter gehen nun endgültig die Nerven durch, und sie schreit ihn an, daß er jetzt endlich schlafen soll. Andreas ist übermüdet schreit zurück und schimpft. Die Mutter kann selbst nicht mehr, schreit "Schlaf jetzt endlich!!" und knallt die Zimmertür zu.

Sie macht sich Sorgen, weil Andreas am nächsten Tag unausgeschlafen in die Schule gehen wird, und es dann dort wieder Probleme gibt. Und wenn er so müde ist, trödelt er am Nachmittag bei den Hausaufgaben noch mehr, so daß es am Nachmittag sicher wieder Streit deswegen geben wird. So gehen ihre Gedanken weiter, und das Buch bleibt ungelesen in der Sofaecke liegen.

22.30 Uhr

Nach einiger Zeit geht sie noch einmal in die Kinderzimmer, um nach den Kindern zu schauen. Martin schläft fest. Sie deckt ihn zu, denn seine Bettdecke liegt wieder einmal irgendwo am Fußende. Andreas schläft endlich auch, und sie bleibt an seinem Bett stehen. Sie erinnert sich an die unruhigen Nächte, als er noch klein war, an die Zeit der Alpträume und an die vielen Nächte der letzten Zeit, als er abends immer so schwer in den Schlaf fand.

Es tut ihr leid, daß sie heute wieder geschrien hat, denn theoretisch ist ihr durchaus klar, daß Streit und Mißstimmung Andreas nur noch schlechter schlafen lassen. Vielleicht hat er ja auch neulich abends beim Ehekrach noch etwas mitgehört und macht sich deswegen Sorgen, die er aber natürlich nicht ausspricht? Müde fällt die Mutter schließlich in ihr eigenes Bett und nimmt sich vor, in den nächsten Tagen abends geduldiger mit ihren Söhnen zu sein, besonders mit Andreas.

 

- versteckt sich darin eine

"Ich bin ganz schön genervt." "Die Kinder nerven mich." Sind das Kurzbeschreibungen der Eltern-Kind-Beziehung? Wie geht es den Kindern? "Nerv’ nicht so, Mama!"

 

Leben mit Kindern - anstrengend oder herausfordernd? Brille macht den Unterschied. je nachdem, für welche Interpretation wir uns entscheiden, wird unser Leben anstrengend, schwierig, "nervig" oder aber interessant, spannend, mit vielen Chancen zum Lernen.

 

"Warum habe ich solche Schwierigkeiten mit meinem Kind?" "Was macht man mit schwierigen Kindern?" "Warum machen mir meine Kinder solche Probleme?"

Diese und ähnliche Fragen stellen viele Eltern an ErzieherInnen, Lehrer, Erziehungsberater, befreundete Eltern oder auch kinderlose Freunde. Je nachdem, wen sie fragen, bekommen sie die unterschiedlichsten Antworten. Gute Ratschläge scheinen zunächst zu helfen, versagen aber oft im Alltag. Gibt es Patentlösungen für Probleme mit Kindern? Was hilft Eltern wirklich weiter?

Im Zusammenleben von Eltern und Kindern treten immer wieder Probleme auf, doch das bedeutet nicht, daß automatisch die Kinder schwierig sind. Kinder bringen unser Denken, Fühlen und Leben oft ganz schön durcheinander. Wer sie deshalb als "Störenfriede" bezeichnet, der sollte das Buch jetzt weglegen. Wenn Sie aber dieses Durcheinanderbringen eingefahrener Strukturen als Herausforderung sehen wollen, als Chance, gemeinsam zu wachsen - dann lesen Sie weiter!

Die Grundüberzeugung, auf der dieses Buch aufbaut, war schon im alten Rom bekannt:

"Nicht die Dinge sind es, die schwierig sind,
sondern unsere Vorstellung von den Dingen."

In diesem Buch gibt es keine Rezepte nach dem Motto "Wie ändere ich mein Kind?" Vielmehr wird es darum gehen, wie wir uns als Mutter, Vater, ErzieherIn ... selbst so unterstützen können, daß wir unseren Kindern das geben, was für sie am wichtigsten ist: Liebe, Freiheit und den Raum, den sie brauchen, um zu wachsen.

Kinder sind unsere große Chance. Im Leben mit ihnen können wir Qualitäten unserer eigenen Kindheit wiederentdecken, die im normalen Alltag von uns Erwachsenen oft verschüttet sind: spielerisches, offenes Zugehen auf die Welt, Offenheit und Neugier, Lebensmut und Energie. Wenn Eltern die Neugier und den Mut aufbringen gemeinsam mit ihren Kindern neue Wege zu gehen, in denen beide voneinander lernen - dann wird unsere Welt Stück für Stück "freundlicher" und lebenswerter.

Albert Einsteins Motto war es, "die Welt zu einem freundlicheren Platz zu machen" . Im kleinen Maßstab betrachtet ist das auch mein Anliegen, warum ich dieses Buch schreibe.

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