Denken, Fühlen, Leben

Vom kreativen Wahrnehmen zum bewussten Handeln mit NLP

von Claus und Daniela Blickhan

zum Buch

Der NLP-Klassiker, über 50.000mal verkauft, in neuer, erweiterter Auflage mit neuen Illustrationen.
mvg-Verlag, Landsberg, 2007 (7. erweiterte und aktualisierte Auflage), ca. € 8,90.

Übrigens: Das Buch gibt's auch als Hörbuch!

Dieses Buch ist seit seinem Erscheinen 1988 das NLP Einstiegsbuch schlechthin. Ohne Fach-Jargon und mit vielen Beispielen und Übungen erklärt es kurz und präzise, worauf es bei NLP ankommt. Zahlreiche Übungen lassen sich unmittelbar im Alltag anwenden und unterstützen Sie beim

  • Verstehen anderer
  • Verarbeiten eigener hemmender Erfahrungen
  • Erreichen persönlicher Ziele
  • Nutzen persönlicher Kraftquellen.

Inhalt

Vorwort zur erweiterten Auflage

Statt einer Einleitung: Gebrauchsanweisung

1. Kapitel

Die Welt, in der wir leben oder Wie wir die Welt wahrnehmen und was wir daraus machen

Unsere fünf Sinne

Übung: Wahrnehmung

Die Sinneskanäle in der Wahrnehmung Übung: Welcher Kanal ist gerade aktiv?

Übung: Hören Sie auf die Sprache Ihres Partners: Seh-, Hör- oder Fühlsprache?

Mißverständnisse und wie man sie vermeidet

Übung: Ergänzen Sie

„Wörterbuch"

 

2. Kapitel

Die Sprache des Körpers oder Wie ich mich bewege, so bin ich

Übung: Körperhaltung

Allgemeines Verarbeitungsmodell

Was Körpersprache über Kontakt aussagt

Übung: Der Atem

Spiegeln

Übung: Spiegeln

Mimik und Gestik gezielt wahrnehmen

1. Vorübung

2. Vorübung Variante

Übung: Gedankenlesen Was die Augen verraten

 

3. Kapitel

Unsere Sprache oder Wie Worte wirken

Effektive Kommunikation

1. Wie das Wichtigste im Satz oft fehlt

a) Einfache Auslassung

b) „Im luftleeren Raum"

c) Unspezifischer Bezug

d) „Im Gefrierschrank"

2. Selbstauferlegte Einschränkungen

a) „Ich kann/darf/soll nicht"

b) „Keiner mag mich" 3. Verformungen

a) „Er macht mich unglücklich!"

b) „Hellsehen"

c) „Ewige Wahrheiten" „Hilfe, Kreuzverhör!"

 

4. Kapitel

Botschaften der Gefühle oder Was Gefühle uns sagen können

Gefühl und Verhalten

Übung: Wie gehe ich mit meinen Gefühlen um?

Botschaften der Gefühle

Übungen: Kreatives Gestalten

Übung: STOP! Woher kommen Gefühle" Anker als Helfer

Anker als Kraftquellen (Ressourcen)

Übung: Meine persönliche Kraftquelle

„Doppelt hält besser"

Warum überhaupt Anker? 

Funktioniert das wirklich?

Wenn Anker allein nicht ausreichen

Übung: Umgang mit „Lieblingsschlechtengefühlen"

 

5. Kapitel

Alles hat eine positive Seite oder Wie sich gute Absichten verwirklichen lassen

Jedes „Problem" ist eine Chance

Vorübung: Umdeuten (1)

Die verschiedenen Seiten unserer Persönlichkeit

Übung: Umdeuten (II) — neue Lösungen

Interne Problemlösungskonferenz

Übung: Umdeuten (III) — Verhandlung

 

6. Kapitel

Positiv denken — positiv leben oder Wie man Ziele erreichbar macht

Positives Denken:  Wie denkt man "positiv"

Denken mit allen Sinnen

Was ist eigentlich „negativ"

Der positive Zielrahmen

Übung: Ziele erreichen

 

7. Kapitel

Die Kreativitäts-Strategie von Walt Disney oder Wie man Ziele in die Tat umsetzt

Was sind Strategien"

Die Disney-Kreativitäts-Strategie

Das kreative Team: Die Rollen in der Disney-Strategie

Disneys Strategie im Überblick

Gelebte Kreativität — die Disney-Strategie in der Praxis

Walt Disneys Beitrag zum Familienleben - mehr als nur Zeichentrickfilme!

Familien-Alltag 1: Gemeinsam oder gegeneinander

Familien-Alltag 2: Wie sag ich's meinem Kinde??

 

Nachwort

Wege in die Praxis

Wollen Sie mehr lesen?

Stichwortverzeichnis

Leseprobe

Leseprobe aus Kapitel 4 Woher kommen Gefühle?

Kennen Sie das auch aus eigener Erfahrung? Sie hören die Klänge eines Sirtaki, und schon versetzt Ihre Erinnerung Sie in eine andere Welt . . . zurück nach Griechenland, zum letzten Urlaub. Ihre Stimmung ändert sich von einem Moment auf den anderen; Bilder von dem griechischen Restaurant am Meer in der Abendsonne tauchen vor Ihrem geistigen Auge auf, zu den Sirtaki-Klängen hören sie die griechischen Stimmen ... Oder:

Sie hören einige Oldies im Radio und bei einem Lied durchzuckt Sie plötzlich die Erkenntnis: Genau auf dieses Lied hatten Sie damals mit Ihrer ersten Liebe getanzt und sich dabei bis über beide Ohren verliebt.

Plötzlich sehen Sie IHN (bzw. SIE) ganz deutlich vor sich, spüren Ihre Aufregung wieder, das Herzflattern und die weichen Knie ... und Sie fühlen sich gerade wieder so wie mit siebzehn. Oder:

Im Menschengewühl der Fußgängerzone zieht auf einmal der Duft eines ganz bestimmten Parfums/ Rasierwassers an Ihnen vorbei und erinnert Sie augenblicklich an eine frühere romantische Beziehung. Wieder ändert sich Ihre Stimmung ganz plötzlich, als Sie so , .zurückversetzt" werden in jene Zeit.

Es ließen sich noch tausend Beispiele für dieses Phänomen der „anderen Welt" finden. Die Auslöser solcher plötzlichen Zeitreisen können sehr vielfältig sein:

— ein Bild, Foto, eine Landschaft

— eine Melodie, eine gewisse Stimme oder Tonlage, ein Akzent

— ein Geruch (erinnern Sie sich noch daran, wie es im Kindergarten immer roch?)

— der Geschmack einer Speise, eines Getränks

— ein bestimmtes Körpergefühl, zum Beispiel der Wind, der Ihnen durchs Haar fährt, die sprühende Gischt am Strand ...

Solche kleinen Reize können ganze Zeitreisen auslösen. Sie sind buchstäblich in einer anderen Welt. Oft verändert sich dabei Ihr ganzes Erleben:

— Ihre Gefühle

— Ihre Haltung

— Ihre Wahrnehmung

— Ihr Denken

— vielleicht sogar Ihre Sprache.

Im ersten Kapitel haben wir uns ausführlich damit beschäftigt, daß der menschliche Organismus als ein Ganzes lebt, „funktioniert" und reagiert. Diese Ganzheitlichkeit kann uns auf der Suche nach einer Erklärung für die plötzlichen „Zeitreisen" gut weiterhelfen.

Ganzheitliche Reaktionen unseres Organismus (z.B. Denken, Erleben, Bewegen, Sprechen) können von sehr kleinen, isolierten Reizen ausgelöst werden. Ein banales Beispiel, das dennoch lebenswichtig ist: Immer wenn wir eine rote Ampel sehen, läuft eine innerliche STOPP-Reaktion ab. Wir treten auf die Bremse, oder bleiben stehen — oft sogar schon bevor der Reiz bis in unser Bewußtsein gedrungen ist, — und wir denken „Die Ampel ist rot".

Die Verbindungen zwischen Reiz und Reaktion sind unterschiedlich stark und beständig. Manche Verknüpfungen sind recht lose und ändern sich leicht. Andere dagegen sind so fest verankert, daß die gleiche Reaktion praktisch immer auf den Reiz folgt. Wenn es sich um eine so feste Verknüpfung handelt, sprechen wir von einem „Anker". Ein Anker ist also ein Reiz, der bei einer Person eine ganz bestimmte Reaktion auslöst. Psychologen bezeichnen das als Reiz-Reaktions-Verknüpfung.

Diese Anker sind etwas völlig Natürliches. Sie entsprechen sozusagen den

„Knotenpunkten" unseres Gedächtnisses.... vielleicht ist an dem Vergleich vom Knoten im

Taschentuch ja mehr dran, als wir denken!). In vielen Situationen helfen sie uns auch,

schnell und zweckmäßig zu handeln. Wir müssen nicht erst lange nach der passenden Reaktion suchen, sondern reagieren „wie im Schlaf" bzw. „unbewußt" — wie zum Beispiel bei der roten Ampel. Die Anker-Reize müssen nicht einmal notwendigerweise bewußt sein, um die Reaktion auszulösen. Denken Sie nur an das Parfumbeispiel. In diesem Fall ist der Reiz kaum oder gar nicht bewußt und kann doch tiefgreifende emotionale Reaktionen auslösen.

Wir könnten sogar eine „Bewußtheitshierarchie" der Anker-Reize aufstellen.

1. Unbewußte Reize

In diese Kategorie fallen die meisten Geruchs- oder Geschmacks-Anker. Wie bereits erwähnt, sind uns die Informationen dieser Kanäle in der Regel wesentlich weniger bewusst — was nicht heißt, daß sie weniger wirksam sind!

Auch visuelle Reize können unbewußt sein, z.B. Farben oder ein bestimmtes Gesicht in einer Menschenmenge. Sie nehmen bewußt nichts Besonderes wahr, dennoch ändert sich Ihre Stimmung. Gerade bei Farben ist dieser Effekt oft sehr ausgeprägt (so daß sich mittlerweile schon eine „Farbtherapie" entwickelt hat).

2. „Ungefähr" bewußte Reize

Diese Anker finden wir oft bei neuen Bekanntschaften. „Irgendwas an ihm gefällt mir nicht . . .„ und Sie grübeln und grübeln, was das wohl sein könnte. „Es liegt mir auf der Zunge, aber ich komme nicht darauf." — bis Sie dann plötzlich erkennen, daß dieser Bekannte ähnlich die Nase rümpft/ ähnlich gestikuliert etc. wie Ihr Expartner — und schon bei dem konnten Sie das auf den Tod nicht ausstehen!

3. Bewußte Reize

Beispiele hierzu sind etwa der Katalog des Reisebüros oder ein Urlaubsfoto, das Sie an den Ort Ihres letzten Urlaubs zurück-versetzt. Oder (auch unbeliebte Anker gibt es!) die Zahnpastatube, die „er" wieder mal nicht zugeschraubt hat! Oder der Anblick und das Geräusch des Bohrers beim Zahnarzt.

Die meisten Anker fallen jedoch in die Kategorie 1 oder 2. Anders gesagt: Es gibt kaum Reize, die ausschließlich bewußte Anteile haben. Fast alle werden neben ihrem „bewußten" Inhalt noch „ungefähr bewußte" oder „unbewußte" Teile haben. Diese sind oft wirksamer als die bewussten - vor allem, wenn es um emotionale Reaktionen geht. Und Gefühlsreaktionen sind ja das Thema dieses Kapitels.

Anker als Helfer

Eine ganz alltägliche Art, Anker zu benutzen, haben Sie wahrscheinlich selbst schon öfter angewendet ... auch ohne den Begriff „Anker" zu kennen.

Angenommen, Ihnen ist eben etwas Wichtiges eingefallen, das Sie sofort erledigen wollen. Auf dem Weg ins nächste Zimmer springt Ihnen aber die unbezahlte Handwerkerrechnung ins Auge, und Sie nehmen sie mit, um auch das gleich zu erledigen. Im nächsten Zimmer haben Sie zwar nun die Rechnung in der Hand — aber was Sie eigentlich hier Dringendes wollten, ist Ihnen völlig entfallen. Sie können sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, was es nun eigentlich war.

Manche Leute lassen dann das Ganze auf sich beruhen, nach dem Motto: „Wenn es wichtig war, wird es mir schon wieder einfallen". Andere beten zum Heiligen Antonius .

Es gibt aber eine einfache Erinnerungshilfe, die in den meisten Fällen funktioniert:

Gehen Sie zurück an den Ort, wo Ihnen ursprünglich eingefallen war, was Sie erledigen wollten. Schauen Sie sich einfach mal im Zimmer um, lassen Sie Ihren Blick über alle Möbel und Gegenstände schweifen — und noch während Sie schauen, fällt „es" Ihnen plötzlich wieder ein. „Es" war an einen bestimmten Gegenstand geankert, weil es Ihnen vorhin dort

eingefallen war. Und dieser Anker spricht nun den richtigen Knotenpunkt in Ihrem Gedächtnis an — plötzlich ist „es" Ihnen wieder eingefallen (... oder hat doch der Heilige Antonius geholfen?).

In unserer Umwelt gibt es eine Vielzahl der verschiedensten Anker. Viele der gelernten Reaktionen auf diese Reize laufen sozusagen „automatisch" ab, ob wir uns der Auslöser bewusst sind oder nicht. Manche Menschen beschreiben dies zum Beispiel so:

„Ich brauche nur das Haus meiner Eltern zu betreten und schon fühle ich mich wieder wie die kleine Tochter."

„Sobald ich das Bohrgeräusch beim Zahnarzt höre, verkrampft sich alles in mir. Mir bricht der Schweiß aus, ich kann das einfach nicht verhindern."

„Auf meinem Schreibtisch steht ein Foto aus meinem letzten Urlaub. Immer, wenn ich dort hinschaue, nehme ich sozusagen einen „Kurzurlaub" und bin für einen Moment dort am Meer, in der Sonne, höre das Geräusch der Wellen... "

Was können Sie nun mit Ihrem neu erworbenen Wissen über die Anker anfangen?

— Sie können „Detektiv" spielen und versuchen, einige Ihrer persönlichen Anker aufzuspüren. Ein Hinweis auf das Vorhandensein von Ankern ist eine regelmäßig wiederkehrende gefühlsmäßige Reaktion („Immer, wenn ...").

— Sie können die Anker gezielt benutzen, etwa um sich an bestimmte Dinge zu erinnern oder um Ihre Stimmung zu ändern („Kurzurlaub" am Schreibtisch).

—Sie können sich neue Anker „bauen". Dies ist oft in ganz bestimmten Situationen hilfreich, wo Sie sich wünschen, besonders selbstsicher, positiv, gutaufgelegt . . . zu sein.

Besonders die letzten Punkte sind sehr interessant und bieten erstaunliche Möglichkeiten im konkreten Alltag. Deshalb wollen wir darauf nun näher eingehen.

Anker als Kraftquellen (Ressourcen)

In diesem Abschnitt geht es darum, wie Sie Anker benutzen können, um Zugang zu Ihren eigenen Stärken und Fähigkeiten zu finden. Wir wollen Ihnen einen Weg zeigen, wie Sie auch in schwierigen Lagen Ihre eigenen Stärken „anzapfen" können, so daß Sie diese öfter, leichter und sicherer nutzen können. Was sind Ihre persönlichen Ressourcen?

Das Fremdwort „Ressourcen" bedeutet soviel wie (Kraft-) Quelle, Reichtümer, Talent, Stärken. Diese sind natürlich individuell verschieden, jeder Mensch hat seine eigenen Fähigkeiten, Stärken, Quellen für seine Kraft und innere Zufriedenheit. Für den einen ist Erfolg besonders wichtig, für einen anderen Ruhe und Entspannung, der nächste schöpft Energie aus einem langen Spaziergang, wo er sich eins fühlt mit der Natur, für einen anderen sind intensive Kontakte zu anderen Menschen wichtig . . . es gibt unzählige Kombinationsmöglichkeiten.

Um Ihnen die Suche nach Ihren persönlichen Ressourcen zu erleichtern, geben wir Ihnen zunächst einen allgemeinen Rahmen vor. Ähnlich wie die Goldsucher im Wilden Westen auch zuerst einen „Claim" absteckten, also einen Bereich, in dem sie nach Gold suchen wollten, geben wir Ihnen eine allgemeine Gliederung Ihrer Erfahrungswelt. Dann können Sie systematisch auf die Suche gehen. Denn: Je genauer und konkreter Sie Ihre Ressourcen benennen und beschreiben können, desto leichter wird es Ihnen danach fallen, sie „anzuzapfen" und für Ihr persönliches Wohlergehen zu nutzen.

1. Sie finden Ressourcen in Ihrer Vergangenheit: Erinnerungen an Personen

Erlebnisse im Zusammenhang mit Dingen, Orten, Aktivitäten

Erinnerungen an die Großmutter können Gefühle von Geborgenheit und Gemütlichkeit wecken. Wenn wir an unser erstes Werkstück oder ein gelungenes Kunstwerk denken, können wir unseren Stolz und unser Selbstwertgefühl aktivieren. Bilder von Urlaubsorten, an

denen wir waren, bescheren uns den Zugang zu Ruhe und Entspannung — oder zu Ausgelassenheit und Spannkraft. Je intensiver die Erlebnisse und Erfahrungen waren und je lebendiger die Erinnerung daran wiederauflebt, desto stärker werden unsere Ressourcen angesprochen.

Dabei spielt es keine große Rolle, ob alles wirklich exakt so geschehen ist oder ob unsere Erinnerung ein Stück verklärend wirkt. Auch wenn das so wäre: es schadet gar nichts. Im Gegenteil —Sie können die Kraft Ihrer Gedanken nutzen, um in Ihrer Vorstellung Dinge zu erschaffen, die Sie beflügeln. Wir werden später darauf noch ausführlich zu sprechen kommen. Wirklich ist, was wirkt!

2. Sie finden Ressourcen auch in Ihrer Zukunft: Ziele

Phantasien

Pläne im Zusammenhang mit Dingen, Orten, Aktivitäten

Sicher haben Sie auch schon die Erfahrung gemacht, daß ein erstrebenswertes Ziel, das man vor Augen hat, ungeheure Kraftreserven freisetzen kann. Ob das nun der Gipfel eines Berges ist, von dem Sie nur noch 100 Meter Aufstieg trennen, oder ein Haus, das Sie kaufen wollen und dafür viel Geld und Arbeit investieren müssen, oder eine Verabredung mit einem interessanten Menschen... je deutlicher Sie Ihr Ziel vor Augen haben (oder im Gefühl oder im Ohr wie die Zukunftsmusik), desto eher wirkt es wie ein Magnet und kann Sie beflügeln.

3. Sie finden natürlich auch Ressourcen in Ihrer Gegenwart: in allen Bereichen Ihres täglichen Lebens.

Für Albert Einstein war die wichtigste Frage der Menschheit, ob das Universum ein freundlicher Platz sei. Und diese Bewertung schafft jeder für sich selbst täglich, stündlich, in jedem Moment. Tatsachen an sich sind weder gut noch böse. Statt uns nur über die Dinge aufzuregen, die uns nicht gefallen, können wir uns auch an denen freuen, mit denen wir uns unterstützen können.

Dazu gleich einige konkrete Beispiele:

— Wahrnehmen

Hierher gehören zum Beispiel die Anker, die eine positive gefühlsmäßige Reaktion bei Ihnen auslösen: Bilder, Töne, Gerüche, Geschmack...

— Denken

Kreative Köpfe schöpfen Ihre Energie aus Ideen, Denkanstößen, Phantasien usw.

— Sprechen

Viele Dinge werden einfacher, wenn man sie beim Namen nennt und laut ausspricht. So reden manche Sportler laut mit sich selbst, um sich anzuspornen: zum Beispiel Boris Becker.

— Gefühl

Die Ressource „Gefühl" läßt sich leicht über konkrete Körpergefühle anzapfen, z.B. ganz entspannt in der warmen Badewanne liegen.

— Bewegen

Dazu gehört zum Beispiel Sport, Spazieren gehen, Tanzen...

— Handeln

Alles tun, was Ihnen Spaß macht: zum Beispiel Hobbys, erfolgreiche Arbeit, jemand anderem einen Gefallen tun, uns selbst etwas Schönes gönnen, ...

Und nun geht's um Sie und Ihre Kraftquellen!

Sie profitieren am meisten von diesem Kapitel, wenn Sie die folgenden Fragen wirklich persönlich beantworten. Allgemeine Rezepte sind weniger wirkungsvoll, weil ja jeder seine eigenen Stärken hat. Diesen Inhaltsteil tragen Sie also selber bei: Was sind Ihre Stärken, Fähigkeiten, Quellen der Kraft und Zufriedenheit? Wie Sie dann damit effektiver umgehen,

das werden Sie weiter unten lernen. Zunächst geht es darum, Ihre ganz persönlichen Ressourcen zu finden. Nehmen Sie sich dazu genügend Zeit und erinnern Sie sich möglichst genau.

Stärke, Ressource evtl. Situation dazu

Bevor es nun weitergeht, eine Zwischenfrage an Sie: Sie haben sich eben an eine Vielzahl Ihrer persönlichen Ressourcen erinnert. Wie fühlen Sie sich jetzt? Wie ist Ihre Stimmung, wie Ihr Körpergefühl?

Wahrscheinlich haben Sie soeben selbst die Erfahrung gemacht, wie bloßes Erinnern an positive Erlebnisse und Erfahrungen Ihre Stimmung verbessert. Indem Sie an die Ressourcen denken, zapfen Sie diese Energiequelle an und erleben die positiven Gefühle noch einmal.

Dieser Prozeß kann durch gezieltes Erinnern, Bewußtmachen und Verankern noch entscheidend intensiviert werden. Dann können Sie die Ressource jederzeit „abrufen" und im Alltag nutzen.

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