| |
RFR: Die Abkürzung q.e.d. steht für "quod erat demonstrandum"
- auf deutsch: was zu beweisen war. Wir möchten Ihnen im Rahmen dieser
Sendung beweisen, dass man ein Leben lang lernt. Deshalb stellen wir Ihnen
in jeder Folge verschiedene Lern- und Bildungsmöglichkeiten in unserem
Landkreis vor. (...)
Bei
mir im Studio sind jetzt Claus und Daniela Blickhan vom INNTAL INSTITUT.
Herzlich willkommen!
Sie bieten NLP Seminare und Ausbildungen an. Deshalb ist meine erste Frage
natürlich: Was bedeutet denn NLP?
Daniela: NLP ist angewandte Psychologie. Das heißt,
es geht nicht um akademische Fragen, sondern es geht darum, eine anwendbare
Hilfe zu geben im Bereich Kommunikation. Das betrifft den Umgang mit anderen
Menschen und auch den Umgang mit sich selber.
Claus: Der Name NLP kommt aus Amerika und ist sehr plakativ.
"Neuro" steht für unsere neuronale Ausstattung, also
für unser Nervensystem. Es betrifft den Umgang mit Wahrnehmung, die Sinneskanäle,
das Denken und Fühlen, wie das funktioniert.
"Linguistisch"
steht für den Umgang mit Sprache, wie wir das, was wir erleben, dann wieder
ausdrücken. Und wie wir das verstehen, was ein anderer ausdrückt. Und
das "Programmieren" heißt dann: Wie gehört
das zusammen, was ist das Zusammenspiel, was sind die Verhaltensstrategien
und die Gewohnheiten. Das wird leider auch missverstanden, weil manche
Leute denken, wir wollten andere "programmieren". Das ist natürlich nicht
der Fall. Wir unterstützen die Leute dabei, dass sie ihre Verhaltensstrategien
ausbauen, so dass sie mehr davon haben.
RFR: Und was ist das Ziel von diesen Seminaren?
Claus: Das Ziel ist generell, sich im Leben zu bewähren.
Man kann es sich so vorstellen: Auf meinem Lebensweg, wenn wir das mal
als Bild nehmen, da gibt es Visionen irgendwo am Horizont. Wie kann ich
davon konkrete Ziel ableiten und wie kann ich die für mich formulieren?
Und auf diesem Weg habe ich gewissermaßen einen Rucksack dabei mit meinen
alten Erfahrungen - da gibt es welche, die mich auf diesem Weg unterstützen.
Und die kann ich einsetzen. Natürlich gibt es auch Problemerfahrungen.
Dann ist es sinnvoll, diese Probleme zu lösen, damit ich die nicht weiter
mitschleppe.
RFR: Wie erreicht man jetzt diese Ziele?
Daniela:
Wenn man diese Ziele jetzt in Schlagworten formuliert, geht es um drei
Bereiche: Es geht einerseits darum, dass man persönliche Ziele für sich
findet und auch Wege findet, wie man sie erreicht. Es geht darum, Probleme,
die einen behindern, aufzuarbeiten und zu lösen. Und letztlich geht es
darum, sich weiter zu entwickeln, und zwar nicht auf Kosten von anderen,
sondern im Einklang mit der Umwelt und mit der eigenen Persönlichkeit,
so dass es eine stimmige Entwicklung wird - keine aufgesetzten, angelernten
Verhaltensmuster.
RFR: Wie sehen jetzt diese Wege aus, mit denen man ein
Ziel erreichen kann? Gibt es da ein bestimmtes Verfahren?
Daniela: Das ist einer der wichtigsten Vorteile einer
Beratung mit NLP, dass es nicht nur ein Verfahren gibt, sondern je nach
Ziel viele ganz verschiedene Verfahren. Wir können gezielt an Verhaltensweisen
herangehen, oder auch durch mentales Training bestimmte Fähigkeiten aufbauen.
Besonders wichtig ist, dass wir auch intensiv auf der Gefühlsebene arbeiten
können und Unterstützung leisten bei der Veränderung von Einstellungen
und Überzeugungen. Oft ist das, was wir - auch unbewusst - von unseren
Eltern übernommen haben, für unser eigenes Leben noch nicht die optimale
Antwort. Im NLP betonen wir den individuellen Ansatz, dass jeder sich
seine eigenen Lösungen erarbeiten kann.
RFR: Und wie sieht so eine Ausbildung nun aus?
Daniela: Im INNTAL-INSITUT haben wir zwei verschiedene
Ausbildungswege. Der eine Schwerpunkt ist die Beraterausbildung.
In dieser Ausbildung geht es darum, wie kann ich andere Menschen unterstützen,
ihre Ziele zu erreichen? Das umfasst den Bereich der Psychotherapie bis
hin zum Coaching - also Beratung im weiteren Sinne.
Und der andere Bereich ist die Business-NLP Ausbildung.
Dort geht es darum, wie man die Kommunikationsprinzipien des NLP im beruflichen
Alltag anwenden kann: also in den Bereichen Führung, Motivation, Verhandlung
und Argumentation effektiver zu werden oder es sich einfach leichter zu
machen. Es geht dort nicht um Therapie, sondern um alltagstaugliche Kommunikations-
und Arbeitsstrategien.
RFR: Was lernt man in einer NLP Ausbildung konkret?
Daniela:
Wenn Leute "Seminar" hören, denken sie vielleicht erst einmal, dort steht
einer, der erzählt und da sitzt ein Publikum, das zuhört. Das ist in einer
NLP Ausbildung nicht so. Wir arbeiten in unseren NLP Seminaren sehr praxisorientiert.
Das heißt, wir arbeiten erstens mit begrenzter Teilnehmerzahl von 12-16
Teilnehmern. Wir arbeiten häufig mit 2 Trainern und immer mit Assistenten.
Es gibt viele Übungen in den Seminaren. Dort üben die Teilnehmer in kleinen
Gruppen, wie sie das, was sie vorher gehört haben, für sich anwenden und
umsetzen können. Und in diesen kleinen Gruppen bekommen sie dann direkte
Hilfen von den Trainern und den Assistenten.
Es ist also eine sehr anwendungsorientierte Ausbildung: Unser Ziel ist
es, dass die Teilnehmer nach dem ersten Bausbildungsblock in die Praxis
gehen und konkrete Dinge anwenden können. Und auf diesen Anwendungserfahrungen
können sie dann im nächsten Ausbildungsblock wieder aufbauen.
RFR: Wie lange dauert so ein Ausbildungsblock?
Daniela: Ein Block dauert 4-5 Tage. Es gibt verschiedene
Ausbildungsstufen, die im deutschen Verband für NLP definiert sind: Eine
Grundstufe, eine Aufbaustufe und die Trainerstufe. NLP kommt aus dem Amerikanischen,
daher heißen diese Stufen Practitioner, Master und Trainer. Pro Ausbildungsstufe
kann man 18-20 Tage rechnen, also etwa 4-5 solcher Blöcke. Die Ausbildung
ist aufgeteilt in die Schwerpunkte Beratung oder Business.
RFR: Bekommt man am Ende dann ein Zertifikat?
Claus:
Vom NLP Verband gibt es dann ein Zertifikat, das belegt, dass die Ausbildung
nach den Richtlinien und den Qualitätsanforderungen durchgeführt wurde.
RFR: Welche Ausbildung brauchen die NLP Ausbilder selbst?
Claus: Einmal natürlich die Trainerqualifikation für
NLP, ansonsten unterschiedliche Ausbildungen. Wir beide sind Diplom-Psychologen,
wir arbeiten sowohl im Trainings-Bereich als auch in Beratung und Coaching.
Die Ausbilder unseres Instituts decken einen breiten Bereich ab: Ich habe
zum Beispiel in der wissenschaftlichen Forschung und über 10 Jahre in
der Industrie gearbeitet.
Daniela: Unsere Trainer im Institut sind alle anerkannte
Lehrtrainer des deutschen Verbandes für NLP. Und - was uns sehr wichtig
ist - sie haben nicht nur NLP als Grundlage sondern haben eine akademische
Ausbildung; einen handfesten Beruf, den sie auch ausgeübt haben. Sie machen
also nicht "nur" NLP, sondern kommen aus der Praxis und wissen, wie man
NLP dort einsetzt, so dass sie den Teilnehmern auch praxistaugliche Unterstützung
für die verschiedenen Anwendungsgebiete geben können.
NLP ist in Amerika Anfang der 70er Jahre entwickelt worden und kann Anfang
der 80er nach Europa. Es gibt den Deutschen Verband für NLP, der sich
zum Ziel gesetzt hat, die Qualität der Ausbildung zu standardisieren und
zu sichern. So kann jemand, der seine Ausbildung in Rosenheim macht,
mit dem gleichen Leistungsstand aus der Ausbildung kommen wie jemand in
Hamburg. Von darher ist die Durchlässigkeit, also die Möglichkeit gegeben,
dass er in verschiedenen Instituten seine Ausbildung fortsetzen und von
verschiedenen Trainern lernen kann.
Diesen
deutschen Verband haben wir mitgegründet, und es ist uns ganz wichtig,
dass es nicht nur das amerikanische NLP gibt, sondern auch ein NLP Ansatz
entstanden ist, der für die deutsche und europäische Mentalität brauchbar
ist. Also nicht dieses amerikanische "Hoppla, wir lösen alles auf die
Schnelle", sondern mit genügend Tiefgang, um eine sinnvolle Veränderung
zu erreichen und nicht dünn drüberpinseln, um etwas zu übertünchen.
RFR: Wenn man jetzt Interesse hat an einem Seminar bei
Ihnen, wie kann man sich da informieren?
Daniela: Wenn man Interesse hat, kann man sich entweder
den Ausbildungsprospekt schicken lassen oder im Internet schauen. Wir
haben unsere Angebote im Internet beschrieben, mit allen Zielen und Inhalten,
und natürlich auch alle Termine und Konditionen.
Wir freuen uns auch über Anrufe. Dafür gibt's das Info-Telefon, da sind
zum Teil wir selber dran oder auch andere Mitarbeiterinnen. Da können
Sie Fragen stellen und gleich eine Antwort erhalten.
RFR:
Ich sehe auch, sie haben hier einen Stapel von Büchern mitgebracht. Sind
die alle von Ihnen?
Daniela: Diese Bücher sind alle von uns. Bücher schreiben
ist eines unserer Hobbies neben dem Seminare halten. Besonders wichtig
ist uns, dass wir Bücher schreiben, die nicht nur für Fachleute zu lesen
sind, sondern auch "normalen" Menschen etwas bringen. Ich habe einige
Bücher geschrieben zum Umgang mit NLP in der Familie. Wir haben selbst
zwei Kinder, da ist dafür ein reiches Erfahrungs- und Betätigungsfeld.
Das Buch,
das Sie gerade zeigen - "Denken, Fühlen, Leben" - das ist ein Einführungsbuch.
Da kann man sich auf 120 Seiten mal ansehen, worum's geht und was die
wichtigsten Prinzipen sind.
Claus: Man kann generell empfehlen: Wenn jemand sich
informieren will, dann kann er das ganz gut nachlesen. Wenn man etwas
lernen will, dann ist es sinnvoll, es auch unter fachlicher Anleitung
gleich auszuprobieren und dafür ein Seminar zu besuchen.
RFR: Ich bedanke mich für das Gespräch.
RFR
- Regional Fernsehen Rosenheim
Hechtseestr. 16
83022 Rosenheim
|
|