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Interview mit Daniela und Claus Blickhan im RFR
(Regionalfernsehen Rosenheim) 28.2.2003, Sendung "q.e.d. -leben und lernen"

 
 

Reporterin: Jasmin Haschke

 
 


RFR: Die Abkürzung q.e.d. steht für "quod erat demonstrandum" - auf deutsch: was zu beweisen war. Wir möchten Ihnen im Rahmen dieser Sendung beweisen, dass man ein Leben lang lernt. Deshalb stellen wir Ihnen in jeder Folge verschiedene Lern- und Bildungsmöglichkeiten in unserem Landkreis vor. (...)

Bei mir im Studio sind jetzt Claus und Daniela Blickhan vom INNTAL INSTITUT. Herzlich willkommen!

Sie bieten NLP Seminare und Ausbildungen an. Deshalb ist meine erste Frage natürlich: Was bedeutet denn NLP?

Daniela: NLP ist angewandte Psychologie. Das heißt, es geht nicht um akademische Fragen, sondern es geht darum, eine anwendbare Hilfe zu geben im Bereich Kommunikation. Das betrifft den Umgang mit anderen Menschen und auch den Umgang mit sich selber.

Claus: Der Name NLP kommt aus Amerika und ist sehr plakativ. "Neuro" steht für unsere neuronale Ausstattung, also für unser Nervensystem. Es betrifft den Umgang mit Wahrnehmung, die Sinneskanäle, das Denken und Fühlen, wie das funktioniert.
"Linguistisch" steht für den Umgang mit Sprache, wie wir das, was wir erleben, dann wieder ausdrücken. Und wie wir das verstehen, was ein anderer ausdrückt. Und das "Programmieren" heißt dann: Wie gehört das zusammen, was ist das Zusammenspiel, was sind die Verhaltensstrategien und die Gewohnheiten. Das wird leider auch missverstanden, weil manche Leute denken, wir wollten andere "programmieren". Das ist natürlich nicht der Fall. Wir unterstützen die Leute dabei, dass sie ihre Verhaltensstrategien ausbauen, so dass sie mehr davon haben.

RFR: Und was ist das Ziel von diesen Seminaren?

Claus: Das Ziel ist generell, sich im Leben zu bewähren. Man kann es sich so vorstellen: Auf meinem Lebensweg, wenn wir das mal als Bild nehmen, da gibt es Visionen irgendwo am Horizont. Wie kann ich davon konkrete Ziel ableiten und wie kann ich die für mich formulieren? Und auf diesem Weg habe ich gewissermaßen einen Rucksack dabei mit meinen alten Erfahrungen - da gibt es welche, die mich auf diesem Weg unterstützen. Und die kann ich einsetzen. Natürlich gibt es auch Problemerfahrungen. Dann ist es sinnvoll, diese Probleme zu lösen, damit ich die nicht weiter mitschleppe.

RFR: Wie erreicht man jetzt diese Ziele?

Daniela: Wenn man diese Ziele jetzt in Schlagworten formuliert, geht es um drei Bereiche: Es geht einerseits darum, dass man persönliche Ziele für sich findet und auch Wege findet, wie man sie erreicht. Es geht darum, Probleme, die einen behindern, aufzuarbeiten und zu lösen. Und letztlich geht es darum, sich weiter zu entwickeln, und zwar nicht auf Kosten von anderen, sondern im Einklang mit der Umwelt und mit der eigenen Persönlichkeit, so dass es eine stimmige Entwicklung wird - keine aufgesetzten, angelernten Verhaltensmuster.

RFR: Wie sehen jetzt diese Wege aus, mit denen man ein Ziel erreichen kann? Gibt es da ein bestimmtes Verfahren?

Daniela: Das ist einer der wichtigsten Vorteile einer Beratung mit NLP, dass es nicht nur ein Verfahren gibt, sondern je nach Ziel viele ganz verschiedene Verfahren. Wir können gezielt an Verhaltensweisen herangehen, oder auch durch mentales Training bestimmte Fähigkeiten aufbauen. Besonders wichtig ist, dass wir auch intensiv auf der Gefühlsebene arbeiten können und Unterstützung leisten bei der Veränderung von Einstellungen und Überzeugungen. Oft ist das, was wir - auch unbewusst - von unseren Eltern übernommen haben, für unser eigenes Leben noch nicht die optimale Antwort. Im NLP betonen wir den individuellen Ansatz, dass jeder sich seine eigenen Lösungen erarbeiten kann.

RFR: Und wie sieht so eine Ausbildung nun aus?

Daniela: Im INNTAL-INSITUT haben wir zwei verschiedene Ausbildungswege. Der eine Schwerpunkt ist die Beraterausbildung. In dieser Ausbildung geht es darum, wie kann ich andere Menschen unterstützen, ihre Ziele zu erreichen? Das umfasst den Bereich der Psychotherapie bis hin zum Coaching - also Beratung im weiteren Sinne.

Und der andere Bereich ist die Business-NLP Ausbildung. Dort geht es darum, wie man die Kommunikationsprinzipien des NLP im beruflichen Alltag anwenden kann: also in den Bereichen Führung, Motivation, Verhandlung und Argumentation effektiver zu werden oder es sich einfach leichter zu machen. Es geht dort nicht um Therapie, sondern um alltagstaugliche Kommunikations- und Arbeitsstrategien.

RFR: Was lernt man in einer NLP Ausbildung konkret?

Daniela: Wenn Leute "Seminar" hören, denken sie vielleicht erst einmal, dort steht einer, der erzählt und da sitzt ein Publikum, das zuhört. Das ist in einer NLP Ausbildung nicht so. Wir arbeiten in unseren NLP Seminaren sehr praxisorientiert. Das heißt, wir arbeiten erstens mit begrenzter Teilnehmerzahl von 12-16 Teilnehmern. Wir arbeiten häufig mit 2 Trainern und immer mit Assistenten. Es gibt viele Übungen in den Seminaren. Dort üben die Teilnehmer in kleinen Gruppen, wie sie das, was sie vorher gehört haben, für sich anwenden und umsetzen können. Und in diesen kleinen Gruppen bekommen sie dann direkte Hilfen von den Trainern und den Assistenten.

Es ist also eine sehr anwendungsorientierte Ausbildung: Unser Ziel ist es, dass die Teilnehmer nach dem ersten Bausbildungsblock in die Praxis gehen und konkrete Dinge anwenden können. Und auf diesen Anwendungserfahrungen können sie dann im nächsten Ausbildungsblock wieder aufbauen.

RFR: Wie lange dauert so ein Ausbildungsblock?

Daniela: Ein Block dauert 4-5 Tage. Es gibt verschiedene Ausbildungsstufen, die im deutschen Verband für NLP definiert sind: Eine Grundstufe, eine Aufbaustufe und die Trainerstufe. NLP kommt aus dem Amerikanischen, daher heißen diese Stufen Practitioner, Master und Trainer. Pro Ausbildungsstufe kann man 18-20 Tage rechnen, also etwa 4-5 solcher Blöcke. Die Ausbildung ist aufgeteilt in die Schwerpunkte Beratung oder Business.

RFR: Bekommt man am Ende dann ein Zertifikat?

Claus: Vom NLP Verband gibt es dann ein Zertifikat, das belegt, dass die Ausbildung nach den Richtlinien und den Qualitätsanforderungen durchgeführt wurde.

RFR: Welche Ausbildung brauchen die NLP Ausbilder selbst?

Claus: Einmal natürlich die Trainerqualifikation für NLP, ansonsten unterschiedliche Ausbildungen. Wir beide sind Diplom-Psychologen, wir arbeiten sowohl im Trainings-Bereich als auch in Beratung und Coaching. Die Ausbilder unseres Instituts decken einen breiten Bereich ab: Ich habe zum Beispiel in der wissenschaftlichen Forschung und über 10 Jahre in der Industrie gearbeitet.

Daniela: Unsere Trainer im Institut sind alle anerkannte Lehrtrainer des deutschen Verbandes für NLP. Und - was uns sehr wichtig ist - sie haben nicht nur NLP als Grundlage sondern haben eine akademische Ausbildung; einen handfesten Beruf, den sie auch ausgeübt haben. Sie machen also nicht "nur" NLP, sondern kommen aus der Praxis und wissen, wie man NLP dort einsetzt, so dass sie den Teilnehmern auch praxistaugliche Unterstützung für die verschiedenen Anwendungsgebiete geben können.

NLP ist in Amerika Anfang der 70er Jahre entwickelt worden und kann Anfang der 80er nach Europa. Es gibt den Deutschen Verband für NLP, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualität der Ausbildung zu standardisieren und zu sichern. So kann jemand, der seine Ausbildung in Rosenheim macht, mit dem gleichen Leistungsstand aus der Ausbildung kommen wie jemand in Hamburg. Von darher ist die Durchlässigkeit, also die Möglichkeit gegeben, dass er in verschiedenen Instituten seine Ausbildung fortsetzen und von verschiedenen Trainern lernen kann.

Diesen deutschen Verband haben wir mitgegründet, und es ist uns ganz wichtig, dass es nicht nur das amerikanische NLP gibt, sondern auch ein NLP Ansatz entstanden ist, der für die deutsche und europäische Mentalität brauchbar ist. Also nicht dieses amerikanische "Hoppla, wir lösen alles auf die Schnelle", sondern mit genügend Tiefgang, um eine sinnvolle Veränderung zu erreichen und nicht dünn drüberpinseln, um etwas zu übertünchen.

RFR: Wenn man jetzt Interesse hat an einem Seminar bei Ihnen, wie kann man sich da informieren?

Daniela: Wenn man Interesse hat, kann man sich entweder den Ausbildungsprospekt schicken lassen oder im Internet schauen. Wir haben unsere Angebote im Internet beschrieben, mit allen Zielen und Inhalten, und natürlich auch alle Termine und Konditionen.

Wir freuen uns auch über Anrufe. Dafür gibt's das Info-Telefon, da sind zum Teil wir selber dran oder auch andere Mitarbeiterinnen. Da können Sie Fragen stellen und gleich eine Antwort erhalten.

RFR: Ich sehe auch, sie haben hier einen Stapel von Büchern mitgebracht. Sind die alle von Ihnen?

Daniela: Diese Bücher sind alle von uns. Bücher schreiben ist eines unserer Hobbies neben dem Seminare halten. Besonders wichtig ist uns, dass wir Bücher schreiben, die nicht nur für Fachleute zu lesen sind, sondern auch "normalen" Menschen etwas bringen. Ich habe einige Bücher geschrieben zum Umgang mit NLP in der Familie. Wir haben selbst zwei Kinder, da ist dafür ein reiches Erfahrungs- und Betätigungsfeld.

Das Buch, das Sie gerade zeigen - "Denken, Fühlen, Leben" - das ist ein Einführungsbuch. Da kann man sich auf 120 Seiten mal ansehen, worum's geht und was die wichtigsten Prinzipen sind.

Claus: Man kann generell empfehlen: Wenn jemand sich informieren will, dann kann er das ganz gut nachlesen. Wenn man etwas lernen will, dann ist es sinnvoll, es auch unter fachlicher Anleitung gleich auszuprobieren und dafür ein Seminar zu besuchen.

RFR: Ich bedanke mich für das Gespräch.


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