Führen: wozu, wohin, und wie?

Bereichernde Aspekte der Führungsaufgabe

Claus Blickhan im April 2012

Führen wird meistens definiert als die Kunst, mit anderen zusammen Ziele zu erreichen. Führen ist neben der Mitarbeit mit dem eigenen Vorgesetzten und der Zusammenarbeit mit Kollegen die dritte Spezialform der Zusammenarbeit in Unternehmen, nämlich die mit unterstellten Mitarbeitern. Diese Struktur hat den Vorteil, dass sie hinreichend verbreitet und bekannt und deshalb auch weithin akzeptiert ist - sie erspart den Aufwand, von Fall zu Fall zu entscheiden, wer wann die Führungsfunktion ausüben soll. Die Führungskraft ist quasi „immer im Amt“. Das wird von den Mitarbeitern auch so gesehen: das Verhalten der Führungskraft wird praktisch immer als Führungsverhalten gedeutet und verstanden. Deshalb kann man Führung als „Serviceleistung für die Mitarbeiter“ (Schwinger) oder als „Pflicht zur Führung“ (Handrock) auffassen.

Die Frage, wohin man führt, ist recht leicht zu beantworten: zu den Zielen, die man gesetzt und/oder vereinbart hat. Die Frage, wozu man führt, scheint ebenso leicht zu sein: um eben diese Ziele zu erreichen. Das ist richtig und notwendig, denn ohne Steuerungsfunktion ist kein Ziel zu erreichen. (Man stelle sich dazu nur ein Auto ohne Steuerrad vor…)

Doch diese Antworten sind noch nicht hinreichend. Führung ist eine deutlich komplexere Funktion, und Lay (1985) geht davon aus, dass sie viel mehr als eine Aufgabe umfasst.
Deshalb betrachten wir hier Robert Dilts‘ Modell der psychologischen Ebenen, das wir an anderer Stelle bereits ausführlich beschrieben haben2 und deshalb hier nur kurz skizzieren. Wir greifen Dilts‘ Idee auf, dass auf jeder dieser Ebenen Coaching möglich und notwendig ist (Dilts, 2006), und wenden sie auf Führungsaufgaben an. Dabei gehen wir auf die Verbindung zum Ansatz des „Situativen Führens“ ein (Hersey & Blanchard 1986), was auch Bestandteil unserer Ausbildung zum Business-Master ist (Blickhan 2002).

Das Modell von Dilts ordnet psychophysische Vorgänge mehreren Ebenen zu:

  1. Verhalten
  2. Fähigkeiten
  3. Werte und Motive
  4. Identität
  5. Zugehörigkeit

In diesem Zusammenhang diskutieren wir nun die notwendigen Führungsaspekte.

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