Das Persönlichkeits Panorama

Angewandtes NLP in Beratung und Coaching

von Daniela Blickhan

zum Buch

Persönlichkeits Panorama: ein effektives Instrument für Berater, das ihm in kurzer Zeit sehr viel Information liefert. Problemfelder und Entwicklungsmöglichkeiten beim Klienten werden deutlich, die dann im Coachingprozess thematisiert werden können.
Das Persönlichkeits Panorama ergänzt NLP um ein praktisches und effektives Verfahren, das eine ganzheitliche Diagnostik in Zusammenarbeit mit dem Klienten ermöglicht und damit die Basis für den therapeutischen Prozess absichert.
Junfermann, Paderborn, 2001

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Das Persönlichkeits Panorama ermöglicht es einem Klienten, Bereiche seiner Persönlichkeit ins Bewußtsein holen, die ihm bisher wenig zugänglich waren. Er sammelt dabei verschiedene Mosaiksteine seiner Persönlichkeit und fügt sie zu einem in sich stimmigen Gesamtbild zusammen. So entsteht ein vielschichtiges Panorama der Persönlichkeit, in dem sich individuelle Schwerpunkte, wichtige Themenbereiche, potentielle Probleme und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten erkennen lassen. Der Klient entwickelt Schritt für Schritt eine Landkarte seiner Persönlichkeit.

Für einen Berater ist das Persönlichkeits Panorama ein effektives Instrument, das ihm in kurzer Zeit sehr viel Information liefert. Problemfelder und Entwicklungsmöglichkeiten werden deutlich, die dann im Beratungs- oder Coachingprozess thematisiert und bearbeitet werden können.

Im therapeutischen Prozess ist das Verfahren an mehreren Stellen sinnvoll:

  • Als Türöffner können Therapieziele zu Beratungsbeginn gemeinsam mit dem Klienten leicht erarbeitet werden. Dies fördert die Transparenz und damit die Motivation des Klienten.
  • Als Katalysator kann das Persönlichkeits Panorama in kritischen Phasen den Fortschritt der Beratung unterstützen.
  • Als Bilanz kann der Klient so seine Persönlichkeits-Entwicklung in einem größeren Zusammenhang sehen.


Das Persönlichkeits Panorama ist in Beratung und Coaching ebenso anwendbar wie in der Psychotherapie. Viele Coaching-Klienten sind wenig interessiert an "Psycho-Methoden" und therapeutischer Sprache. Das strukturierte Verfahren des Persönlichkeits Panoramas legt seinen Einsatz deshalb auch und gerade im Business-Coaching nahe. Ausführliche Fallbeispiele zeigen das Verfahren in der Praxis.

Das Persönlichkeits Panorama ergänzt NLP um ein praktisches und effektives Verfahren, das eine ganzheitliche Diagnostik in Zusammenarbeit mit dem Klienten ermöglicht und damit die Basis für den therapeutischen Prozess absichert.

Inhalt

Inhalt:

  1. Einführung
  2. Die Grundlagen
    1. NLP: Eine lösungsorientiertes Modell zur Veränderung
    2. Ein psychologisches Modell der Persönlichkeit
    3. Neue Blickwinkel: Wahrnehmungspositionen
    4. Die andere Seite des Problems erkennen: Reframing
  3. Persönlichkeits Panorama: Die Methode
    1. Arbeitsrahmen schaffen
    2. Information sammeln
    3. Das persönliche Panorama entwickeln
    4. Inhaltliches Bearbeiten
  4. Persönlichkeits Panorama: Die Praxis
    1. Praxisbeispiel 1: Visionen klären
    2. Praxisbeispiel 2: Berufliches Coaching
    3. Praxisbeispiel 3: Alte Rollen verlassen - neue Rollen entwickeln
    4. Praxisbeispiel 4: Erfolge stabilisieren
  5. Schlussgedanken: Das Persönlichkeits Panorama und NLP
  6. Anhang
  7. Literatur

Leseprobe

Ein Modell der Persönlichkeit

Aus: Das Persönlichkeits-Panorama - Angewandtes NLP für Beratung und Coaching von Daniela Blickhan, erschienen bei Junfermann im Mai 2001

Wahrnehmen, Verarbeiten, Handeln: Grundlegende psychische Funktionen

Aus unserer Umwelt strömen ständig Reize auf uns ein. Dieses Reizangebot nehmen wir auf zweierlei Weise auf: ein kleiner Teil davon gelangt ins Bewußtsein und ein weitaus größerer Teil wird unbewußt wahrgenommen. Im normalen Alltag ist es z.B. den wenigsten Menschen bewußt, wie ihre Umgebung riecht, denn sie konzentrieren ihre Aufmerksamkeit auf andere Sinneswahrnehmungen. Doch sobald ein Geruch auftritt,der Gefahr signalisiert, wird dieser unmittelbar bewußt wahrgenommen - „Hier riecht es brenzlig" - und die gesamte Aufmerksamkeit verlagert.

Reize von außen werden von uns also zunächst gefiltert, sortiert und dann verarbeitet. Danach können sie in uns eine bestimmte Reaktion auslösen, die sich oft nur dann verstehen läßt, wenn man die vorgeschaltete interne Verarbeitung miteinbezieht: all das, was wir glauben, denken und wie wir unsere Erfahrungen in unser persönliches Bild der Welt einordnen.

Das menschliche Verarbeitungs-System umfaßt psychische und physische Prozesse gleichermaßen. Beipiele für körperliche Prozesse sind etwa die Atmung - Wir atmen ein, in der Lunge wird der Sauerstoff resorbiert und die Restluft wird ausgeatmet - oder der Stoffwechsel - Nahrung wird aufgenommen, verarbeitet und der Rest wieder ausgeschieden. Analog funktioniert auch die Verarbeitung von Informationen: Wir nehmen Informationen auf über unsere Sinneswahrnehmung, wir verarbeiten diese in verschiedener Weise - Denken, Fühlen - und reagieren dann z.B. mit gezieltem Handeln, Sprache oder unbewußtem Körperausdruck.

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NLP VerarbeitungsmodellMit unseren fünf Sinnen können wir Reize wahrnehmen: Wir sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen die Welt, in der wir leben. Aus dem großen Angebot an Reizen "suchen" wir uns einzelne heraus, die dann in unser Bewußtsein gelangen und die wir wahr-nehmen. Diese Reiz-Auswahl geschieht blitzschnell und bleibt weitgehend unbewußt. Sie ist notwendig zum Überleben, denn sonst würden wir von der Masse der auf uns einstürmenden Reize buchstäblich überwältigt. Wir können die Auswahl auch bewußt mitsteuern, zum Beispiel wenn wir etwas suchen oder uns auf eine bestimmte Sache konzentrieren. Unser Unbewußtes ist hier aber weitaus schneller und auch leistungsfähiger als das bewußte Denken. Es sortiert die ankommenden Reize nach bestimmten Kriterien, zum Beispiel: Ist ein Reiz gefährlich? Berührt er eines unserer Grundbedürfnisse (zum Beispiel Sicherheit, körperliches Wohlergehen, Zuwendung)? Ist dieser Reiz neu und macht uns deshalb neugierig? Solche Reize sind für unser Überleben wichtig und gelangen deshalb am ehesten durch unsere Wahrnehmungsfilter.

Wie stehen nun Wahrnehmung, Verarbeitung und Reaktionen im Zusammenhang? Wahrnehmung

- Unsere Wahrnehmung wird beeinflusst von der Verarbeitung, das heisst von unseren Gefühlen . Ein Beispiel dazu hatten wir bereits erwähnt: Wer sich hungrig fühlt, sieht im Vergleich zu einem satten Manschen mehr Restaurants -und das, obwohl beide die gleiche Straße entlanggehen.

- Ebenso können Gedanken die Wahrnehmung mitsteuern: „Dort kann mein Schlüssel nicht sein, denn da habe ich ihn sicher nicht hingelegt" sagt sich ein Suchender - und übersieht den Schlüssel, obwohl er tatsächlich genau vor seiner Nase liegt.

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Verarbeitung

- Die verschiedenen Ebenen der Verarbeitung beeinflussen sich gegenseitig: Gedanken werden von Gefühlen begleitet und Gefühle regen zum Denken an -oder können das Denken hemmen, wie wir es in Streßsituationen oft erleben.

Reaktion

- Die Verarbeitung wiederum hat Einfluß auf die Reaktionen: Je nachdem, wie wir uns fühlen, ändern sich unsere Bewegungen - zum Beispiel das Tempo, der Rhythmus, die Intensität - und auch unsere Sprache - sie wird laut oder leise, voll oder zaghaft, monoton oder ausdrucksvoll. „Man kann in seinem Gesicht lesen wie in einem offenen Buch." ist nur einer der vielen umgangssprachlichen Beschreibungen für den Zusammenhang zwischen innerer Verarbeitung und äußerer Reaktion - in diesem Fall dem Gesichtsausdruck.

- Die Beinflussung von Verarbeitung und Reaktion funktioniert wechselseitig und in beide Richtungen. Die Körperhaltung wirkt etwa auf Gefühle zurück - wer aufrecht und entspannt an eine Sache herangeht, fühlt sich emotional anders, als jemand, der den Kopf einzieht und die Schultern verspannt. Scheinbar banale Feststellungen, doch sind sie von weitreichender Bedeutung - dann nämlich, wenn wir die Sache umkehren und bewußt unsere Körperhaltung ändern, um uns in eine andere Stimmung zu bringen. In der modernen Depressionstherapie wird dieser Zusammenhang genutzt. Depressiven Patienten wird Waldlauf und körperliche Bewegung verordnet, um so über den Körper Zugang zur Psyche zu bekommen.

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Das Ebenen-Modell der Persönlichkeit

PersönlichkeitsmodellDas Persönlichkeitspanorama baut auf dem Ebenenmodell der Persönlichkeit auf, das Robert Dilts, einer der bedeutendsten NLP-Trainer unserer Zeit, als anschauliches Modell eingeführt hat. Dieses Modell bietet eine Grundlage für Fragen, wie unsere Persönlichkeit strukturiert ist, warum wir auf eine ganz bestimmte Weise handeln - und wie wir uns verändern können.

Dilts unterscheidet mehrere Ebenen der Persönlichkeit und bezeichnet sie als „Psychologische Ebenen". Zur Veranschaulichung benutzt er dazu das Bild einer Pyramide.

Den Boden, auf dem diese Pyramide steht, bildet unsere Umwelt. Das können andere Menschen sein oder auch die Dinge, die uns umgeben. Äußere Reize, die auf uns einwirken, bestimmen unsere Lebensbedingungen mit und bilden Bestandteile unserer Umwelt. Jedes Ereignis findet in einer bestimmten Umgebung statt, in einem Kontext mit anderen Personen, mit Räumlichkeiten, mit Gegenständen.

Diese Umwelt mag physikalisch gleich sein, doch zwei Menschen werden sie nie auf die gleiche Weise erleben, denn sie nehmen sie durch unterschiedliche persönliche Filter wahr. NLP als konstruktivistischer Ansatz geht davon aus, dass wir unser eigenes Modell der Welt erschaffen, indem wir uns aktiv mit ihr auseinandersetzen. Dieses Modell entspricht natürlich nicht der objektiven Realität, doch es hilft uns, uns in der Welt zurechtzufinden. Und als kognitive Landkarte dient uns unser persönliches Modell der Welt zur Orientierung. Wahrnehmung ist deshalb ein aktiver Prozess, mit dem wir uns die Umwelt erfahrbar machen. Wir können die Umwelt mit all unseren Sinnen wahrnehmen und dabei feine Nuancen unterscheiden: Sehen, hören, spüren, riechen und schmecken.

Dann können wir auf unterschiedliche Weise reagieren: mit gezieltem Handeln, Sprechen oder auch mit unbewußten Reaktionen unseres Körpers, der sogenannten Körpersprache. Auch Denken gehört in diese Ebene; schon Freud bezeichnete Denken als „Probehandeln". Die Ebene des Verhaltens umfasst also Sprechen und Handeln - gezielt und unbewußt - ebenso wie das Ausdrucksverhalten.

Die nächsthöhere Ebene ist die der Fähigkeiten : Wir betrachten nicht mehr nur das bloße sichtbare Tun, sondern die Fähigkeiten dahinter, die uns das Handeln ermöglichen. Hier

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fließen unser Wissen und unsere Erfahrungen mit ein. Denkfähigkeiten emotionale Kompetenz sind hier einzuordnen.

Um unsere Fähigkeiten zu entwickeln, ist Motivation nötig, das heißt, ein guter Grund, um diese Entwicklung zu wollen. Einstellungen, Überzeugungen, Motive und Werthaltungen bilden deshalb die nächsthöhere Ebene der Glaubenssätze.

Welche Überzeugungen wir uns zu eigen machen, steht in direktem Zusammenhang mit unserem persönlichen Selbstbild. Was zu unserer Identität passt, erleben wir als stimmig, sinnvoll und wichtig. Unsere Identität wiederum können wir über die zentralen Rollen beschreiben, die wir in unserer Lebensumwelt einnehmen und aktiv gestalten. Vater/ Mutter, Freund/in, Partner/in, Geschäftsmann/frau sind einige Beispiele dafür. Hier sind wir an der Spitze der Pyramide angelangt: der persönlichen Identität. Selbstbild, Selbstwert, Selbstbewußtsein sind Begriffe, die in dieser Ebene ihren Platz haben.

Wenn wir weiter gehen und die Frage stellen, ob es eine höhere Ebene als die persönliche Identität gibt, kommen wir zu der Dimension der Zugehörigkeit und Spiritualität. Wo fühle ich mich zugehörig? Was ist der Sinn meines Lebens? Viktor Frankl, der kürzlich verstorbene Begründer der Logotherapie („logos" bedeutet Sinn) gibt hier als Antwort: „Der Sinn des Lebens besteht darin, einen Sinn in ihm zu finden." Im NLP finden wir den Begriff der Vision - auch das ein äußerst aktueller Aspekt, der nicht nur im Beratungskontext eine Rolle spielt, sondern auch in der Wirtschaft gefragt ist: Visionäres Management ist ausgesprochen gefragt in zahlreichen Unternehmen.

Nicht für alle Klienten wird es relevant sein, diese Visions-Ebene zu thematisieren, und die Arbeit mit dem Persönlichkeits-Panorama läßt sich auch ohne sie gestalten. Doch die Erfahrung zeigt, daß die Inhalte dieser Ebene das gesamte Panorama bereichern können. Daher ist es für den Berater sinnvoll, sich auch damit vertraut zu machen. Inhaltlich beantwortet natürlich jeder Klient die Fragen nach Sinn und Zugehörigkeit für sich auf seine ganz persönliche Weise. Der Berater stellt die Fragen, um den Klienten zu unterstützen, seine eigenen Antworten dafür zu finden.

Kritiker des Modells der psycho-logischen Ebenen bemägeln, daß die „logischen" Ebenen nicht den Gesetzmäßigkeiten der formalen Logik entsprechen. Das tun sie in der Tat nicht - denn es sind schließlich psycho-logische Ebenen. Und die Psychologie fügt sich nicht immer genau in die strengen Regeln der formalen Logik und Mathematik ein. Menschen sind eben keine Maschinen, sondern lebendige, offene Organismen.

Interessant ist es jedoch, daß auch die erwähnten Kritiker ausdrücklich betonen, wie hilfreich die Arbeit mit dem Ebenen-Modell in der Beratungspraxis ist. Denn das Modell der psycho-logischen Ebenen ist leicht verständlich - auch und gerade für Nicht-Psychologen. Da der Großteil der Klienten psychologisch wenig oder nicht „vorbelastet" ist, bietet sich dieses Modell also geradezu zum Arbeiten an. Und wie gesagt, selbst Kritiker des Konzepts erkennen seine Relevanz und Wirksamkeit im Beratungs-Kontext an.

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