Mit „Positive Psychologie. Handbuch für die Praxis“, das 2018 in zweiter Auflage erschienen ist, hat Daniela Blickhan eine umfassende, liebevoll gestaltete Einführung in diese (relativ junge) psychologische Disziplin geschrieben.

 

Obwohl die Autorin als Coach, Trainerin und Beraterin arbeitet, und sich mit ihrem Werk explizit an Praktiker wendet, hebt sich ihr 423-Seiten-starker Band deutlich und überaus positiv von der „gemeinen“ Beraterliteratur ab, die mit reißerischen Lösungen und Erfolg versprechenden Titeln allzu oft den Eindruck vermittelt, ihr „Thema“ als Allheilmittel anzupreisen.

 

Der Band von Daniela Blickhan ist ein Handbuch im klassischen Sinne. Er ist übersichtlich gestaltet und liefert in 14 Kapitel einen guten Überblick über zentrale Themen der Positiven Psychologie, sprich zu: Psychologie und Positive Psychologie, Wohlbefinden und Flourishing, Positive Emotionen, Persönliche Stärken, Motivation, Grundbedürfnisse und Selbstbestimmung, Flow und Achtsamkeit, Ziele, Positive Einstellung, Selbstwert und Selbstmitgefühl, Positive Kommunikation, Psychosomatik: Positive Psychologie und der Körper, Lebensqualität und Sinn, Interventionen und Positive Psychologie 2.0.

 

Dabei gelingt es Blickhan nicht nur die Grundlagen der jeweiligen Themen sauber und überaus lesenswert (also leserfreundlich, aber nicht oberflächlich) aufzubereiten, sondern überdies die Für und Wider verschiedener Themen auf Basis wissenschaftlicher Positionen bzw. Kontrahenten darzustellen, wie es gute wissenschaftliche Arbeiten auszeichnet.

 

Diese wissenschaftliche Herangehensweise, die Wert auf eine differenzierte Darstellung des Themas – in diesem Fall der Positiven Psychologie - legt, gepaart mit anschaulichen Grafiken und Übungen aus der Praxis, trägt dazu bei, dass das Buch nicht nur Praktikern zu empfehlen ist, sondern vor allem auch Studierenden, die sich in das Themengebiet schnell einarbeiten wollen.

 

Für Studierende der sozialwissenschaftlichen Fächer ist das Buch schon allein deshalb eine Fundgrube, weil sie mittels dieses Handbuches ihre methodischen Kenntnisse vertiefen können, da hier viele Studien komprimiert dargestellt werden, wobei die Autorin gleichzeitig umfassende Aussagen zur Begrenztheit und Reichweite einzelner Instrumente wie z.B. des VIA-Stärkentests liefert, die für die Interpretation der Ergebnisse überaus wichtig sind.

 

Wer sich für das Thema interessiert, wird sich auch über die Literaturempfehlungen der Autorin freuen wie über die Zusammenfassung des Ausblicks, den der Vater der Positiven Psychologie Martin Seligman vor kurzem gegeben hat. Zusammenfassend gesagt, ist das Handbuch von Daniel Blickhan eine wertvolle Lektüre und exzellente Einführung in die Positive Psychologie.

 

 

Prof. Dr. Sabine Kirchhoff

Hochschule Osnabrück

Institut für Kommunikationsmanagement