Stipendien für Studierende und Auszubildende

Besonders motivierten und sozial interessierten jungen Menschen in Studium oder Ausbildung möchten wir es ermöglichen, als Stipendiaten an unseren Seminaren und Ausbildungen für Positive Psychologie oder für NLP teilzunehmen, um im Gegenzug dann das Gelernte in sozialer und gemeinnütziger Form einzusetzen und weiterzugeben.

Wir bieten Studierenden und Auszubilden die Möglichkeit eines Stipendiums für einzelne Seminare oder komplette Ausbildungen. Im Gegenzug zur ermäßigten Teilnahme am Kurs verpflichten sich die Stipendiaten zu einem selbst gewählten gemeinnützigen bzw. ehrenamtlichen Projekt, in dem sie einbringen, was sie im Rahmen ihrer Fortbildung lernen.

„Gemeinnützig“ umfasst die Arbeit mit benachteiligten Zielgruppen, also mit Menschen, die sonst keinen Zugang zu einem solchen Angebot hätten (z.B. benachteiligte Jugendliche, Flüchtlinge, sozial benachteiligte Personen). Das Projekt soll einen Mehrwert für die Gesellschaft generieren, indem über die persönliche Entwicklung der Teilnehmer und ihr unmittelbares Umfeld hinaus  weitere Menschen davon profitieren.

 

Bewerbung für ein Stipendium am Inntal Institut

Wenn Sie sich für ein Stipendium bewerben möchten, sprechen Sie uns bitte an unter +49 (0)8031 50601 oder mail(at)inntal-institut.de. Gerne schicken wir Ihnen die Informationen zum Bewerbungsverfahren zu.

 

Ausgewählte Projekte unserer Stipendiaten

Hier zeigen wir Ihnen ausgewählte Projekte, die unsere Stipendiaten initiiert, durchgeführt und ausgwertet haben. Zentral dabei war, dass sie mit ihrem Projekt besonders burnoutgefährdete oder sozial benachteiligte Zielgruppen unterstützen.

Projekt: Positive Psychologie für Lehrer und Schüler

Stipendium für: Ausbildung Positive Psychologie Level 1 DACH-PP

Ziel meiner Projektarbeit war, Lehrern und angehenden Lehrern die Ideen der Positiven Psychologie näher zu bringen. Ich arbeitete hier einerseits mit angehenden Lehrern zusammen, andererseits begleitete ich Lehrer der Realschule bei der Neukonzeptionierung eines Workshops.

  1.  In der Arbeit mit den angehenden Lehrern ging es um eine praxisnahe Vermittlung der Ideen und Interventionen der Positiven Psychologie. Im Rahmen eines Seminars testeten wir über mehrere Monate verschiedene Interventionen auf ihre Wirkung und diskutierten, ob und wie man die Übungen im Schulkontext nutzen kann. Hierbei hatten die Studierenden sehr kreative Transferideen die die einzelnen Übungen für die Schule wirklich gut nutzbar machten. Da die Teilnehmer sämtliche Interventionen ausprobierten und sie teilweise sogar in ihren Alltag integrierten (Random Acts of Kindness, 3 Good things) begleitete ich das Seminar mit der Satisfaction With Life - Scale, deren Ergebnis sich über den Verlauf des Semesters bei allen Teilnehmern merklich verbesserte.

     

  2. Der Workshop mit Inhalten der Positiven Psychologie, den ich zusammen mit Lehrern einer Realschule neu konzipierte, richtete sich an Schüler, die ihr Klassenziel auf Grund schlechten Zeitmanagements wohl nicht erreichen würden. Es ging darum, die Stärken der Schüler hervorzuheben und ihnen Techniken an die Hand zu geben, mit denen sie sich ihrer Ziele bewusst werden, und diese folglich auch erreichen können. Wir nutzten hierfür die Segelschiffmetapher, um die verschiedenen Themengebiete anschaulich miteinander zu verbinden. Die Schüler erstellten abschließend ihr eigenes Plakat, auf welchem sie mit ihrem „Stärkenschiff“ durch stürmische See (Ablenkung, TV, Handy) in Richtung Ziel (dem Vorrücken in die nächste Klasse) unterwegs waren. Die Lehrer erlebten die Schüler mit diesem neuen Konzept wesentlich kreativer und produktiver und möchten das Konzept die nächsten Jahre weiter fortführen.

Projekt: Eine Positive Intervention für arbeitslose Jugendliche

Stipendium für: Ausbildung Positive Psychologie Level 1 DACH-PP

Helen Schropp, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FAU Nürnberg 

Der gravierende, negative Einfluss von Arbeitslosigkeit auf die psychische Gesundheit wurde empirisch mehrfach belegt. Arbeitslose zeigen im Vergleich zu Erwerbstätigen eine signifikant niedrigere psychische Gesundheit und leiden häufiger unter psychischen Belastungen wie zum Beispiel Depressionen, Angstzuständen oder einem verminderten Selbstwertgefühl. Dies gilt nicht nur für Erwachsene sondern auch für Jugendliche, da durch das Fehlen einer Beschäftigung und somit dem verwehrten Einstieg ins Berufsleben eine zentrale Entwicklungsaufgabe im Jugendalter nicht abgeschlossen werden kann.

Zahlreiche Veröffentlichungen in der Positiven Psychologie belegen, dass die gezielte Förderung relevanter Ressourcen nicht nur zur Linderung psychischer Probleme beitragen kann, sondern darüber hinaus das Potential birgt, die psychische Gesundheit von Menschen zu verbessern und zur persönlichen Entfaltung und dem „Aufblühen“ von Individuen beitragen kann.  

Ziel dieses Projektes war es, bereits etablierte Interventionen der Positiven Psychologie, die in der Ausbildung zum Anwender der Positiven Psychologie/Level1 vermittelt werden, bei arbeitslosen Jugendlichen praktisch und zielgruppengerecht anzuwenden, um diese bei der Bewältigung einer krisenreichen Lebensphase zu unterstützen. Teilnehmende waren Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren, die im Arbeitslosengeld II-Bezug sind und denen der Übergang in Ausbildung oder Arbeit bisher nicht gelungen ist. Der Umfang des Projekts belief sich auf insgesamt 20 Stunden, die sich auf zehn Einheiten à zwei Stunden aufteilten. Zentrale Inhalte waren die Themen: Positive Emotionen, Charakterstärken, Achtsamkeit, Flow, Stärken im Team, Selbstwirksamkeit & Selbstwert, Selbstmitgefühl und Sinn.

Die qualitative Auswertung von zwei, im Anschluss an die Maßnahme geführten Interviews mit einer betreuenden Sozialpädagogin und einem Teilnehmenden ergab, dass die Jugendlichen ein überdurchschnittliches Interesse an der behandelten Thematik hatten und somit auch mehr Engagement bei der Mitarbeit zeigten, als bei sonstigen Maßnahmen innerhalb der Qualifizierung. Der interviewte Teilnehmer bestätigte eine aufbauende, positive Wirkung der Interventionen, die ihn zudem zur Selbstreflexion anregten. Grundlage für das Gelingen der Interventionen sind vor allem ein Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und Teilnehmenden, Respekt und Unvoreingenommenheit aller Teilnehmenden sowie ein abwechslungsreicher Methodenmix aus aktivierenden und spielerischen Aufgaben, Entspannungsübungen und Einzel- und Partnerarbeiten, die zur Reflexion anregen. Ein besonderer Fokus muss außerdem auf die Interventionsinhalte gelegt werden, die vor allem in Hinblick auf die derzeitige Lebenssituation und zahlreiche Belastungen der Jugendlichen mit großer Sensibilität ausgewählt und behandelt werden sollten: Viele Themen bergen die Gefahr, negative Emotionen und Erinnerungen wachzurütteln. 

Projekt:  Das wohlfühlWERK für Eltern von Kleinkindern – Stärkung des elterlichen Wohlbefindens während der ersten Jahre mit Kind

Stipendium für: Ausbildung Positive Psychologie Level 1 DACH-PP

Katrin Werkhausen, Masterstudentin der Sportpsychologie, Deutsche Sporthochschule Köln 

Hintergrund:

Gerade die ersten Jahre mit Kind sind für Eltern von Kleinkindern mit vielen Herausforderungen rund um die Fürsorge des Kindes versehen, weshalb das elterliche Wohlbefinden leicht in den Hintergrund gerät. Diese besondere Lebenssituation birgt damit auch ein erhöhtes Risiko für die Eltern, bei unzureichenden vorhandenen Ressourcen, psychische und physische Belastungssymptome zu entwickeln. Erkenntnisse aus der Wissenschaft bestätigen diese Annahme und zeigen unter anderem Zusammenhänge zwischen dem elterlichen Stressempfinden, depressiven Symptomen, der elterlichen Selbstwirksamkeitserwartung, sowie den Auswirkungen auf das kindliche Wohlbefinden.

Methode:

Zwei gemeinnützige Kursangebote à 8*120Min wurden im Zeitraum zwischen September und Dezember 2018 im Mehrgenerationenhaus der AWO Kreisverband Rosenheim e.V. angeboten. Der Kurs wurde von der Autorin konzeptioniert und geleitet und basiert auf den Methoden der angewandten Positiven Psychologie. Es wurden folgende Themen behandelt: Wohlbefinden, Emotionen, Genüsse, Rituale, Stärken, Umgang mit Stress, sowie Aspekte des körperlichen Wohlbefindens. Neben der Vermittlung von theoretischem Wissen, wurde ein besonderer Schwerpunkt auf praktische und alltagstaugliche Übungen, sowie einen Austausch unter den Eltern gelegt. Darüber hinaus bestand das Angebot eine individuelle, psychosoziale Beratung in Anspruch zu nehmen. Zu Beginn und Ende des Kursprogrammes wurden die Eltern um die Beantwortung eines Fragebogens gebeten.

Ergebnisse:

Das Projekt wurde im Dezember 2018 beendet. 12 Eltern von Kleinkindern haben an dem Kurs teilgenommen. Eine statistische Auswertung hinsichtlich einer Veränderung des elterlichen Wohlbefindens, der Eltern-Kind-Beziehung, Erschöpfungssymptomen und dem emotionalen Erleben der Eltern im Alltag, werden im Frühjahr 2019 erwartet.

Fazit:

Aus Sicht der Autorin hat sich der Bedarf bestätigt, das elterliche Wohlbefinden in den Fokus zu stellen, um auch langfristig eine optimale Versorgung des Kindes durch die Eltern gewährleisten zu können. Ebenfalls wurden die Eltern als sehr dankbar für dieses Angebot erlebt. Bei diesem ersten Pilotprojekt werden von der Autorin relevante Verbesserungen des elterlichen Wohlbefindens erwartet. Für zukünftige Angebote sollte ein besonderes Augenmerk auf das Commitment und die Compliance der teilnehmenden Eltern gelegt werden, da dies als entscheidender Faktor für die Wirksamkeit des Angebotes erlebt wurde.

Literatur:

Doty, J. L., Davis, L., & Arditti, J. A. (2017). Cascading Resilience: Leverage Points in Promoting Parent and Child Well-Being. Journal of Familiy Theory & Review, 111-126.; Dunning, M. J., & Giallo, R. (2012). Fatigue, parenting stress, self-efficacy and satisfaction in mothers of infants and young children. Journal of Reproductive and Infant Psychology, 145-159.; Kerstis, B., Nohlert, E., Öhrvik, J., & Widarsson, M. (2016). Association between depressive symptoms and parental stress among mothers and fathers in early parenthood: A Swedish cohort study. Upsala Journal of Medical Science, 60-64.; Schreyögg, A. (2013). Familie trotz Doppelkarriere. Wiesbaden: Springer.

Projekt: Unterstützung von Haftentlassenen bei der Resozialisierung

Stipendium für: Ausbildung NLP Practitioner DVNLP

In meinem Stipendienprojekt ging es um die Betreuung straffällig gewordener Erwachsener.

Einer Straftat liegen oft viele verschiedene Ursachen zugrunde. Häufig sind darunter auch psychosoziale Belastungen wie beispielsweise finanzielle Not, eine bestehende Substanzabhängigkeit oder ein fehlendes soziales Netzwerk. Sollen straffällige Personen wieder in die Gesellschaft integriert werden und die Straffreiheit aufrechterhalten werden, so ist es unerlässlich, auch diese psychosozialen Probleme der Personen zu bearbeiten.

Zum Zweck der Unterstützung und Beratung von straffälligen Personen war der Einsatz von NLP für mich sehr hilfreich. Um ihre Probleme „in den Griff zu bekommen“, erarbeitete ich im Projekt mit meinen Klienten Ziele, die sie erreichen wollten. Ein Ziel war beispielsweise das Finden einer neuen Arbeitsstelle. Hier konnte ich mit NLP besonders gut die Motivation der Klienten für ihre selbst erarbeiteten Ziele fördern und ihre Ressourcen stärken, diese auch zu erreichen. Auch konnten wir eine vertrauensvolle, wertschätzende und tragfähige Beziehung aufbauen, die bei der Kommunikation und im Prozess sehr wichtig war.

Als Fazit lässt sich sagen, dass sich im Laufe der Betreuung die Einstellung der Klienten zum Positiven veränderte, sich ihre Selbstwirksamkeit erhöhte und ihr Willen zur Veränderung ihrer Lebensumstände stärkte. Auch wenn der Weg zu einem straffreien Leben im Einzelfall unter Umständen noch weit ist, so waren die ersten Schritte schon einmal geschafft.

Projekt: Förderung junger Immigranten beim Integrationsprozess (durch NLP)

Stipendium für: Ausbildung NLP Practitioner DVNLP

Für jugendliche Flüchtlinge stellt der Neuanfang in Deutschland eine große Herausforderung dar. Neben dem neuen Umfeld, Kultur und Sprache stellt die Eingliederung in das Schul- und Ausbildungssystem eine weitere Herausforderung dar.
Ziel des Projekts war es daher, junge Migranten durch NLP bei ihrem Integrationsprozess zu unterstützen. Die Teilnehmer waren zwischen 16 und 22 Jahren alt. Um bestmöglich auf die individuellen Bedürfnisse und Themenstellungen einzugehen, fand die Arbeit mit den Jugendlichen in Einzelsitzungen statt. Themen und Fragestellungen der Sitzungen waren unter anderem:

  • „Soll ich nach dem Quali lieber eine Ausbildung anfangen oder weiter auf die FOS gehen?“
  • „Wie kann ich mich mehr zum Lernen für (Schul- / Sprachkurs-) Prüfungen motivieren?“
  • „Wie kann ein weiterer Weg nach meinem Schulabschluss aussehen?“

Um die Jugendlichen dabei zu unterstützen, Lösungen für ihre Fragestellungen und Herausforderungen zu finden, setzte ich einige Techniken und Formate ein (z.B. Ziel-Timeline, POSITIV-Zielrahmen, Anker), wie ich sie während der NLP-Practitioner Ausbildung kennenlernte.
Zu den größten Herausforderungen des Projekts gehörte es zum einen, Vertrauen zu den Jugendlichen aufzubauen und zum anderen sprachliche Barrieren zu überwinden. Für beide Punkte war mir NLP eine große Unterstützung, da es mir half schnell einen guten Draht zu meinem Gegenüber aufzubauen und gelegentlich auftretende sprachliche Barrieren durch Kalibrieren (NLP-Technik) zu überwinden.
Abschließend kann ich sagen, dass das Projekt für mich persönlich eine tolle Erfahrung war. Auch das Feedback eines Jugendlichen, der nach den Sitzungen dankbar und mit mehr Klarheit über anstehende Ausbildungsentscheidungen ging, bestärkt mich darin, dass das Projekt für alle Beteiligten eine Bereicherung war.