Ich freue mich, heute einen ganz persönlichen Erfahrungsbericht von Sophie Gulich mit dir zu teilen. Sophie war Teilnehmerin unserer Ausbildung zur Anwender*in der Positiven Psychologie DACH PP und hat in ihrem sechswöchigen Selbstexperiment etwas ausprobiert, das vielleicht einige kennen: den Zusammenhang zwischen innerem Stress und körperlicher Anspannung – konkret im Kieferbereich.
Mit viel Offenheit, Reflexion und Neugier hat sie untersucht, wie Interventionen der Positiven Psychologie dabei helfen können, mehr Leichtigkeit ins Leben zu bringen – und vor allem in den Kiefer. Das Ergebnis: berührend, inspirierend und absolut lesenswert.
Vorhang auf für Sophies Erfahrungen:
Von Anspannung zu Aufblühen
Kennst du das Gefühl, morgens mit einem verspannten Kiefer aufzuwachen – als hättest du die ganze Nacht durchgebissen? So begann meine Reise: eine Reise zu mehr innerer Leichtigkeit, zu mehr Selbstmitgefühl – und zu einem neuen Verständnis für das Zusammenspiel von Körper und Psyche.
Im Rahmen der Ausbildung zur Anwender*in der Positiven Psychologie DACH PP am Inntal Institut habe ich ein sechswöchiges Selbstexperiment gestartet. Mein Ziel war klar: den Zusammenhang zwischen innerem Druck und körperlicher Verspannung – vor allem im Kiefer – besser zu verstehen und aufzulösen. Mein Werkzeug: Interventionen aus der Positiven Psychologie.
Meine Ausgangslage: Bruxismus und innerer Druck
Seit Jahren begleitet mich eine Art „stille Anspannung“. Besonders morgens merke ich: Mein Kiefer war wieder aktiv. Bruxismus, also das unbewusste Zähnepressen im Schlaf, sorgte regelmäßig für Muskelkater in den Wangen, Knacken im Kiefer und ein dumpfes Ziehen im Nacken.
Doch das körperliche Symptom war nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Hinter dem Beißen lag etwas Tieferes: mentaler Druck, emotionale Überforderung und das ständige Gefühl, „funktionieren zu müssen“. Als sich berufliche Unsicherheiten dazugesellten, wusste ich: Jetzt ist der richtige Moment, neue Wege zu gehen. Und genau das habe ich mithilfe der Positiven Psychologie getan.
Methoden im Selbstexperiment: Dankbarkeit, Savoring, Micromomente
Drei Interventionen standen im Zentrum meines Selbstexperiments:
- Dankbarkeitstagebuch: Tägliche Reflexion über Dinge, für die ich dankbar bin
- Savoring: Das bewusste Genießen positiver Erlebnisse
- Micromomente: Kleine, intensive Momente des Innehaltens und Fühlens
Ergänzt habe ich das Ganze durch Meditation, Embodiment-Übungen und ätherische Öle – für eine ganzheitliche Integration von Kopf, Körper und Gefühl. Zur Beobachtung der Veränderung nutzte ich zwei Fragebögen (Positivity Ratio und mehrdimensionaler Befindlichkeitsfragebogen (MDBF)) sowie eine eigene Skala zur Kieferleichtigkeit von 1 (sehr angespannt) bis 5 (maximal entspannt).
Erfahrungen aus sechs Wochen Kurs „Anwender Positive Psychologie“
Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Schon nach wenigen Tagen spürte ich, wie sich mein Blick veränderte. Dankbarkeit öffnete mein Herz. Ich begann, selbst kleinste Momente des Alltags – ein Sonnenstrahl, ein Lächeln, der Duft meines Kaffees – bewusster wahrzunehmen.
Natürlich war nicht jede Woche gleich. Beruflicher Stress, emotionale Schwankungen und hormonelle Einflüsse sorgten immer wieder für Rückschläge. Doch die Methoden halfen mir, mich immer wieder zu zentrieren. Besonders kraftvoll war die Erkenntnis: Loslassen ist kein Akt des Wollens – sondern des Vertrauens.
Mit jedem bewussten Atemzug, mit jedem kleinen Moment des Innehaltens wurde mein System ein Stück weicher. Und mein Kiefer? Der begann, loszulassen.
Ergebnisse: Mehr Freude, mehr Leichtigkeit, weniger Beißen
Die Wirkung meiner kleinen täglichen Übungen war nicht nur spürbar, sondern messbar:
- Die Positivity Ratio stieg von 2,00 (unter der „Flourishing“-Grenze) auf sagenhafte 30,00 – ein Zeichen dafür, wie sehr sich mein emotionales Gleichgewicht verbessert hat.
- Die Daten aus dem MDBF spiegelten eine gesteigerte Grundstimmung und mehr innere Ruhe – selbst bei äußeren Belastungen.
- Auch die Skala meiner Kieferleichtigkeit zeigte eine klare Tendenz: von anhaltender Anspannung (Wert 2) hin zu einem Gefühl von Weite und Loslassen (Wert 5).
Das Spannende: Die Veränderung war kein linearer Prozess. Es gab Höhen und Tiefen. Aber über die Wochen hinweg entstand eine stabile Entwicklung hin zu mehr Freude, Achtsamkeit und körperlicher Entlastung.
Fazit: Meine wichtigsten Erkenntnisse
Dieses Selbstexperiment war für mich nicht nur eine Methode, sondern eine Einladung, mich selbst auf einer tieferen Ebene kennenzulernen. Die Ausbildung hat mir dabei entscheidend geholfen: Sie gab mir nicht nur Wissen und Struktur, sondern auch den Impuls, dranzubleiben – gerade in herausfordernden Momenten.
Ich habe erfahren, wie kraftvoll kleine Interventionen sein können. Und wie sehr sich körperliche Anspannung, emotionale Muster und innere Haltung gegenseitig beeinflussen. Mein Kiefer ist dabei zu einem sensiblen Wegweiser geworden – nicht mehr etwas, das „weg muss“, sondern etwas, das mir zeigt, wo ich gerade stehe.
Was ich mitnehme:
- Dankbarkeit ist ein Schlüssel – sie öffnet die Tür zu Verbindung und Fülle.
- Rituale geben Halt – besonders, wenn es außen turbulent ist.
- Gefühle brauchen Raum – auch die, die unbequem sind.
- Körper und Psyche sind eins – Entspannung beginnt im Vertrauen.
- Aufblühen ist ein Prozess – und beginnt mit kleinen, bewussten Schritten.
Die Positive Psychologie hat mir dabei nicht nur neue Werkzeuge gezeigt, sondern auch eine neue Haltung geschenkt: mehr Mitgefühl, mehr Weichheit, mehr Vertrauen ins Leben.
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