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Der Stress mit dem Stress

Wie wir unsere "psychische Werkseinstellung" verändern können

Wir alle spüren es: Stress nimmt zu. Studien bestätigen diesen Trend eindeutig, und der WDR hat mich gebeten, kurz und knackig die Hintergründe zu erklären, im Radio beim WDR Morgenecho und  im Fernsehen bei WDR aktuell.

Warum steigt unser Stresserleben? Und was können wir tun, um besser damit umzugehen?

Die Stressreaktion – tief in uns verankert

Die Stressreaktion ist keine erlernte Verhaltensweise, sondern Teil unserer „psychischen Werkseinstellung“. Wir bringen sie von Geburt an mit. Ihr evolutionärer Nutzen? Sie macht uns blitzschnell reaktionsbereit, damit wir auf Anforderungen oder Gefahren direkt reagieren können.

Diese Aktivierung betrifft Körper und Psyche und aktiviert das Handlungsmuster „Kampf oder Flucht“ – fight or flight. Wenn wir uns nicht entscheiden können, ob wir angreifen oder fliehen sollen, kommt es zur Freeze-Reaktion, dem Totstellreflex.

Moderne Stressoren – warum sie uns überfordern

Unsere angeborene Stressreaktion stammt aus einer Zeit, in der Stressoren einen völlig anderen Charakter hatten, aus der Ära des Säbelzahntigers. Damals war klar: entweder weglaufen oder kämpfen. Danach folgte Erholung, denn im natürlichen Ablauf folgt der Stressreaktion nach etwa 20 Minuten die Erholungsreaktion. Unsere Vorfahren saßen dann gemeinsam in der Höhle.

Heute ist das anders: Stressoren sind kurzlebig, vielfältig und zahlreich. Dadurch gelingt es uns oft nicht mehr, nach der Aktivierung in eine Erholung zu finden. Das führt zu dauerhaft hohen Stressniveaus – mit spürbaren Folgen für Körper und Psyche.

Was hilft? Das Gegenprogramm: „Calm and Connect“

Stress lässt sich nicht abschaffen. Unsere Welt ist von Stressoren geprägt. Aber: In unserer „psychischen Werkseinstellung“ gibt es ein Gegenprogramm zur Stressreaktion: Statt „fight or flight“ lautet es „calm and connect“ – zur Ruhe finden und in Verbindung gehen.

 Dieses Programm können wir wie ein Fitnessprogramm einüben, damit es uns in akuten Stress-Situationen dann auch direkt zur Verfügung steht.

 Calm – zur Ruhe finden

Das Ziel: die physiologische Aktivierung dämpfen. Am besten gelingt das mit einfachen Mitteln:

  • Lang Ausatmen – bewusst und langsam
  • Frische Luft – kurz ans offene Fenster gehen kann schon genügen
  • Kurze Pause – bewusst innehalten und im Moment ankommen

Diese kleinen Impulse beruhigen unser Nervensystem und unterstützen die Erholungsreaktion.

 Connect – in Verbindung gehen

Verbindung ist der zweite Schlüssel zum Weg aus dem Stress in die Erholung. Es gibt dafür drei Wege:

  • Mit uns selbst: Hand aufs Herz legen, kühles Wasser ins Gesicht, Hände bewusst waschen oder eincremen oder „sich selbst umarmen“. Entscheidend ist, dass wir uns wieder mehr spüren.
  • Mit anderen Menschen: Direkt („Ich brauche bitte eine Umarmung“) oder indirekt über einen Anruf, eine Nachricht, ein Foto. Wenn wir Verbundenheit spüren fühlen wir uns ruhiger und sicherer.
  • Mit der Natur: Der Blick in den Himmel, auf Wolken, bunte Herbstblätter oder Schneeflocken – Verbindung mit etwas Größerem als wir selbst.

 

„Übe in der Zeit, dann hast du in der Not“

„Calm and connect“ ist in uns angelegt. Damit wir es nutzen können, müssen wir es üben – und zwar in Zeiten von geringem Stress. Dann steht es uns in akuten Stressmomenten besser zur Verfügung.

Zum Nachhören und Reinschauen

Und hier nochmal die Links zu den beiden Kurzinterviews im WDR

Radio: Morgenecho

TV: WDR aktuell ab Minute 09:11

 

Praktische Hilfe, um zur Ruhe zu kommen: Achtsamkeitsübungen mit Sasha und Daniela Blickhan

Daniela oder Sasha Blickhan leiten dich in kurzen Achtsamkeitsübungen an. Es gibt verschiedene Achtsamkeitsübungen zur Auswahl, zum Beispiel einfache Übungen zur Wahrnehmung des eigenen Körpers oder des Atems, und es gibt auch angeleitete Meditationen auf Basis der Positiven Psychologie, zum Beispiel zu Stärken, Dankbarkeit oder Freundlichkeit.

Im Blogartikel Achtsamkeit und Positive Psychologie findest du mehr dazu

 

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