Stärken stärken statt Schwächen schwächen

Positive Psychologie

Wer sich auf seine Stärken konzentriert, steigert seine psychische Leistungsfähigkeit und sein Wohlbefinden – und erlebt mehr Freude dabei.

(Studien von Proyer et al. 2009, Haidt 2002, Rust et al. 2009 u.a.)

Stellen Sie sich vor, Sie steuern ein Segelboot. Alleine auf hoher See fällt Ihnen auf, dass sich um Ihre Füße eine Wasserlache ausbreitet. Was tun Sie?

Vermutlich werden Sie rasch nachforschen, wo das Wasser herkommt. Ihre Suche führt sie unter Deck, wo Sie ein Leck in der Bootswand finden. Mit dem Werkzeug, das Sie zur Verfügung haben, können Sie das Leck flicken und sich nun gegebenenfalls darum kümmern, Wasser abzuschöpfen.

Was tun Sie als nächstes? Vielleicht wollen Sie vorsichtshalber nachsehen, ob es noch weitere undichte Stellen gibt – Sie sind ja schon unter Deck und haben Werkzeug zur Hand.

Die Frage ist: Was passiert unterdessen, wenn an Deck niemand das Steuer übernimmt? Damit Sie nicht vom Kurs abkommen, den Wind gut nutzen und vielleicht auch einen sicheren Hafen (oder eine Werft) ansteuern können, ist es nötig, die Segel zu setzen. Geschickte Segler können das sogar so, dass durch eine Schräglage des Bootes undichte Stellen über der Wasserkante liegen.

In dieser Metapher von Robert Biswas-Diener stehen Lecks für Schwächen, die Segel des Bootes aber für Stärken. Um gut anzukommen, ist es wichtig, den Fokus auf die Stärken zu lenken und nicht nur Fehler zu suchen. Die Positive Psychologie bietet wissenschaftlich fundierte Ansätze und Methoden, stärkenorientiert zu arbeiten und damit Erfolg und Wohlbefinden bei sich und anderen zu fördern – beruflich, in der (Selbst-)Führung und persönlich.

Stärken stärken statt Schwächen schwächen